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Florian Spalteholz (l.) und Johannes Polgar bleibt nach Kenterung nur Platz acht. © imago

Auf dem Bronzeplatz liegend kollidieren die Segler Polgar/Spalteholz mit einem Stück Treibholz. Auch im Starboot gehen Deutsche leer aus.

Qingdao - Ein Stück Treibholz hat dem Deutschen Segler-Verband (DSV) den Weg zu einer besseren Olympia-Bilanz verbaut.

Nachdem sich die Tornado-Medaillenhoffnung Johannes Polgar/Florian Spalteholz in der abschließenden Wettfahrt am Donnerstag auf den Bronzeplatz vorgearbeitet hatte, führte eine Kollision des Ruders mit einem Holzbalken zur Kenterung.

Das Duo konnte das Rennen nicht beenden und landete nur auf Platz acht.

"Ein Witz von Gott"

"Eigentlich mag ich Holz als Baustoff sehr gerne, aber jetzt werde ich mir ein Marmorhaus bauen. Die Medaille war so nah. Der Schock sitzt tief", meinte der total frustrierte Polgar, "ich habe mit Olympischen Spielen nun eine Rechnung offen."

Trainer Rigo de Nijs ergänzte: "Das war ein Witz von Gott. Die Jungs haben einen gebrauchten Tag erwischt. Es war höhere Gewalt." So blieben Jan-Peter und Hannes Peckolt durch ihre Bronzefahrt im 49er die einzigen deutschen Medaillengewinner.

Die EM-Zweiten von 2007 fuhren das erste Edelmetall für den DSV seit acht Jahren ein. "Man kann den beiden einfach nur richtig viel Respekt zollen. Sie haben sehr viel investiert und sind belohnt worden. Schon in der Vorbereitung musste man sie förmlich bremsen", sagte de Nijs.

Positive Bilanz

In den anderen insgesamt sechs in Qingdao vom DSV besetzten Bootsklassen blieb vor allem Petra Niemann hinter den Erwartungen zurück.

Die Vize-Weltmeisterin von 2006 kam bei der olympischen Premiere des Laser Radial nur auf Platz 15. Ansonsten erreichten alle deutschen Segler zumindest die abschließenden Medaillenrennen der besten Zehn.

Der DSV zog ein insgesamt positives Fazit der olympischen Regatten in Qingdao. "Wir wollten besser abschneiden als in Athen. Dieses Ziel haben wir durch die Bronzemedaille der Peckolt-Brüder erreicht. Allerdings wäre vielleicht noch mehr drin gewesen", sagte Sportdirektor Hans Sendes.

Rückstand auf die Weltspitze

So landeten die dreimalige Vize-Weltmeisterin Ulrike Schümann und ihre Yngling-Crew auf einem undankbar vierten Platz, die WM-Fünften Marc Pickel und Ingo Borkowski wurden Siebte.

Die zweimaligen 470er-Europameisterinnen Steffi Rothweiler/Vivien Kussatz beendeten die Rennen auf Rang neun. "In insgesamt fünf Klassen im Medaillenrennen vertreten gewesen zu sein, ist ein gutes Ergebnis", meinte Sendes.

Der Rückstand auf die Weltspitze ist dennoch beträchtlich.

Ainslie überragend

So gewann Großbritannien als führende Nation viermal Gold, einmal Silber und einmal Bronze. Aus dem geschlossenen Team ragte vor allem Ben Ainslie heraus.

Im Finn-Dinghy holte der fünfmalige Weltmeister den dritten Olympiasieg seiner Karriere und zog in der ewigen Segel-Bestenliste mit nun dreimal Gold und einmal Silber mit dem zweitplatzierten Jochen Schümann gleich.

Bei seinem "Heimspiel" 2012 in England könnte Ainslie nun der erfolgreichste Olympia-Segler werden und den Dänen Paul Elvström ablösen, der zwischen 1948 und 1960 viermal in Folge ganz oben auf dem Podium stand.

"Es ist fantastisch, wie der Bursche planmäßig seine Big Points macht", sagte Schümann und zollte dem erst 31-jährigen Ainslie Respekt.

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