vergrößernverkleinern
Fatmire Bajramaj erzielte beide Treffer für die deutsche Mannschaft © getty

Deutschlands Fußballerinnen sichern sich zum dritten Mal in Folge Olympia-Bronze, tut sich gegen Japan aber lange Zeit schwer.

Peking - Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft hat sich mit dem Gewinn der Bronzemedaille für den geplatzten Traum vom ersten Olympia-Gold entschädigt.

Die Mannschaft von DFB-Trainerin Silvia Neid setzte sich im Spiel um Platz drei am Donnerstag in Peking dank der Tore von Fatmire Bajramaj in der 68. und 87. Minute 2:0 (0:0) gegen Japan.

Sie sicherte sich damit nach 2000 und 2004 zum dritten Mal den Bronze-Rang.

Japan zu Beginn selbstbewusster

"Ich bin überzeugt, dass ihr Bronze holt", hatte DFB-Präsident Theo Zwanziger die Mannschaft vor dem Spiel auf die schwere Aufgabe eingeschworen.

Doch unter den Augen des Verbandsbosses und weiterer 49.285 Fans im Pekinger Arbeiterstadion diktierte zunächst Japan das Geschehen. Die Asiatinnen spielten quirliger und selbstbewusster, Deutschland bei seinen wenigen Gegenstößen zu schlampig.

Deutschland hatte Glück, dass es Mitte der ersten Hälfte nicht in Rückstand geriet, als Japan drei gute Möglichkeiten innerhalb von nur 60 Sekunden vergab: Zweimal rettete Torfrau Nadine Angerer, die trotz einer Bauchmuskelzerrung von Beginn an spielte. Bei der dritten Gelegenheit klärte Melanie Behringer auf der Linie.

Deutsche Offensive zu harmlos

Von der deutschen Offensivabteilung war nichts zu sehen. Nicht von Sandra Smisek, die wieder für Anja Mittag ran durfte. Und auch nicht von Birgit Prinz in ihrem 19. und letzten Olympia-Spiel.

Mit Ariane Hingst gab bezeichnenderweise eine Verteidigerin den ersten (harmlosen) deutschen Torschuss ab (30.). Kurz vor der Pause setzte sich Prinz erstmals durch, hinter ihren Kopfball brachte sie jedoch keinen Druck - er landete neben dem Tor.

Pohlers kommt für Smisek

Neid reagierte auf die durchwachsene Leistung und ließ nach der Pause erstmals Conny Pohlers (für Smisek) ran. Doch die ersten Torchancen hatte wieder Japan, Angerer hielt jeweils sicher.

Prinz und Pohlers bekamen indes kaum Bälle aus dem Mittelfeld, wo Renate Lingor in ihrem letzten Länderspiel nicht effektiv genug arbeitete.

Führungstreffer aus spitzem Winkel

Wenn die deutsche Auswahl dann doch mal in Tornähe auftauchte, fehlte lange das Glück. Etwa bei Pohlers' Schuss, der in der Abwehr hängenblieb (57.).

Der erste gut herausgespielte Angriff führte 11 Minuten später jedoch zum 1:0: Pohlers flankte von rechts, Kerstin Garefrekes köpfte, die japanische Torfrau wehrte viel zu kurz ab - und die eingewechselte Bajramaj vollstreckte mit links aus spitzem Winkel.

Befreiung durch das 1:0

Das Tor wirkte befreiend auf die favorisierte deutsche Elf. Endlich klappten Spielzüge, endlich kamen Bälle aus der Zentrale und die Stürmerinnen in Schussposition.

Garefrekes hatte in der 78. Minute das 2:0 auf dem Kopf, verfehlte das Tor aber knapp. Wiederum Bajramaj machte den Sieg mit ihrem zweiten Treffer perfekt.

Die nun immer selteneren Angriffe der Japanerinnen wurden vom überwiegend chinesischen Publikum von Buh-Rufen begleitet, die Fans sehnten den siebten deutschen Sieg gegen Japan im siebten Spiel herbei.

Beste Spielerinnen neben der gewohnt souveränen Angerer waren Bajramaj sowie die agile Pohlers und Garefrekes.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel