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Philipp Zeller (M.) traf zum zwischenzeitlichen 1:1 © getty

Die Hockey-Weltmeister spielen um Gold! Die Mannschaft von Trainer Weise behält im Halbfinale gegen die Niederlande die Nerven.

Peking - Weltmeister Deutschland hat nach einer taktischen und kämpferischen Meisterleistung und einem dramatischen Penaltyschießen das Endspiel der Olympischen Spiele in Peking erreicht.

Held des Tages war Torhüter Max Weinhold, der den entscheidenden letzten Siebenmeter des niederländischen Toptorjägers Taeke Taekema mit der linken Hand abwehrte.

Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es 1:1 (1:1, 0: 0) gestanden.

Der Strafeckentreffer von Timme Hoyng fünf Minuten vor Schluss reichte den von zahlreichen Fans unterstützten Holländern nicht, in der 68. Minute glich Philipp Zeller zum 1:1 für Deutschland aus.

Chance auf drittes Gold

Damit peilt der Weltmeister am Samstag (14.30 Uhr LIVE) das dritte deutsche Gold für die Männer des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) nach 1972 in München und 1992 in Barcelona an.

Gegner im Finale ist Spanien, dass Athen-Olympiasieger Australien nach 0:2-Rückstand noch mit 3:2 besiegte.

Nach jeweils fünf Siebenmetern, von denen beide Mannschaften je zwei vergaben, trat Christopher Zeller zur ersten "Sudden Death"-Entscheidung an.

Taekema scheitert

Er versenkte die Kugel sicher im Netz, anschließend scheiterte Taekema an Weinhold, der in einer schwarz-rot-goldenen Jubeltraube schier erdrückt wurde.

Deutschland revanchierte sich damit für die Halbfinalniederlage gegen die "Oranjes" 2004 in Athen.

Bundestrainer Markus Weise, der vor vier Jahren die deutschen Frauen zum überraschenden Gold führte, hat die Chance, als erster deutscher Trainer mit einer Damen- und Herrenmannschaft Olympiasieger zu werden.

Kompakte Abwehr

Die Partie entwickelte sich in der ersten Halbzeit zu einem taktischen "Kunstrasen-Schach".

Oberstes Ziel des DHB-Teams war es, Strafecken von Taekema zu vermeiden. Die Abwehr stand deshalb sehr kompakt, die gegnerischen Angreifer wurden in Manndeckung genommen. Auf der anderen Seite ließ auch der Europameister den deutschen Angreifern nur sehr wenig Raum.

Weinhold klärt

Torgelegenheiten gab es so sehr wenig.

Matthias Witthaus traf bereits in der vierten Minute das Außennetz, auf der anderen Seite klärte Weinhold gegen Matthijs Brouwer. Dann dauerte es bis zur 30. Minute, ehe vor den Toren wieder Aufregendes passierte:

Hollands Superstar Teun de Nooijer verfehlte nach einem Konter das deutsche Tor nur um Zentimeter.

Keller trifft nicht richtig

Eine Minute vor der Pause hatte dann Deutschland die erhoffte Konterchance.

Florian Keller traf bei einer 2:1-Überzahlsituation den Pass von Tibor Weißenborn aber nicht richtig.

Nach der Pause hätte eigentlich das 1:0 fallen müssen. Keeper Guus Vogels aber klärte nacheinander gegen Witthaus und Christopher Zeller und hatte in der 43. Minute Riesenglück, als Keller den Ball mit voller Kraft auf seine Gesichtsmaske schoss.

Auf der Gegenseite klärte Weinhold in der 45. Minute zweimal erstklassig.

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