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Britta Steffen beim Empfang durch ihre Vereinskolleginnen in Berlin © getty

Rogge fordert vom Sprint-Superstar mehr Fairness gegenüber den Gegnern. Britta Steffen erlebt einen tollen Empfang. Die Splitter:

Peking - Jacques Rogge hat in einer wohl einmaligen Aktion den zweimaligen Sprint-Olympiasieger und Weltrekordler Usain Bolt aus Jamaika zu mehr Fairness gegenüber seinen unterlegenen Rivalen ermahnt. "Er sollte seinen Konkurrenten gegenüber mehr Respekt zeigen. Das würde dem olympischen Geist entsprechen", sagte der IOC-Präsident nach Bolts Lauf zu Gold über die 200 Meter in neuer Weltrekordzeit von 19,30 Sekunden.

Am vergangenen Samstag hatte Bolt bereits Gold über 100 Meter in der neuen Weltrekordzeit von 9,69 Sekunden gewonnen und dabei auf den letzten 20 Metern mit ausgebreiteten Armen eine noch bessere Zeit verschenkt.

Rogge macht deutlich, dass er das Verhalten des Doppel-Olympiasiegers teilweise missbilligt. Er habe kein Problem mit Bolts Showeinlagen vor dem Start, sagte der Belgier, "aber hinter der Ziellinie wäre eine faire Geste angemessen. Er sollte seinen Gegnern die Hand reichen oder ihnen auf die Schulter klopfen", sagte er und fügte hinzu: "Er ist noch ein junger Mann, er muss noch lernen und sich entwickeln."

Und weitere Olympia-Splitter:

Britta Steffen stürmisch empfangen

Großer Bahnhof für Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen in ihrem Heimatverein SG Berlin-Neukölln: 100 Schwimmer und zahlreiche Fans empfingen die neue deutsche Schwimmkönigin im Sportbad Britz. "Ich bin überwältigt und erschrocken, die Situation ist für mich völlig neu", sagte Steffen: "Einen solchen Trubel um meine Person habe ich noch nicht erlebt."

Am Mittwochabend hatten Medienvertreter und Fans auf dem Flughafen Berlin-Tegel vergeblich auf die Olympiasiegerin gewartet, die durch einen Hinterausgang entwischte. "Britta war völlig fertig und ist auch leicht erkältet. Sie fühlt sich nicht gut, deshalb wollte sie nach dem Stress in Peking ihre Ruhe haben", erklärte ihr Lebensgefährte Oliver Wenzel.

Afghanistans Olympia-Held reich belohnt

Afghanistans Olympia-Held Rohullah Nikpai wird für seinen dritten Platz im Taekwondo in der Klasse bis 58 Kilogramm in Peking reich belohnt. Vom Staat soll es ein Eigenheim für den ersten Olympia-Medaillengewinner des vom jahrelangen Krieg gezeichneten Landes geben. Eine private Organisation will dem mit Bronze dekorierten Kampfsportler außerdem 10.000 Dollar zur Verfügung stellen.

Nur wenige seiner Landsleute hatten die Kämpfe von Nikpai live im Fernsehen verfolgen können. In Afghanistan sind Stromsperren an der Tagesordnung, zudem besitzen nicht längst alle Familien ein TV-Gerät.

Coe will Sportstätten aufrecht erhalten

Für Lord Sebastian Coe, OK-Chef der Olympischen Sommerspiele 2012 in London, ist die Nachhaltigkeit der Sportstätten das wichtigste Kriterium für die Zukunft der olympischen Bewegung. "Das soll schon die Londoner Spiele von Olympia in Peking deutlich unterscheiden", sagte der zweimalige 1500-m-Olympiasieger im "BBC"-Interview.

Als Beispiel nannte der 51-Jährige das Pekinger "Vogelnest", das nach den Spielen äußerlich unverändert genutzt werden wird. Das Olympiastadion von London soll dagegen später auf eine Kapazität von 25.000 Plätzen zurückgebaut werden, um variabler nutzbar zu sein.

Milliarden sehen Olympia im TV

Die Rekordzahl von 4,5 Milliarden Menschen werden die Olympischen Spiele weltweit im Fernsehen und Internet sehen. Die höchste Einschaltquote in einem Land hatte die Eröffnungsfeier in Peking, die allein in China 842 Millionen Menschen sahen.

In den USA schauten über 40 Millionen beim Rechteinhaber "NBC" zu, als Schwimmer Michael Phelps seine historische achte Goldmedaille gewann. Zudem verzeichnete NBC auf seiner Webseite 30 Mal mehr Video-Klicks als in Athen 2004 und 12 Mal mehr Handy-Downloads als bei den Winterspielen in Turin 2006.

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