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Daniel Manz verpasst Bronze nur ganz knapp und belegt an Ende den 5. Rang. © getty

Taekwondoka Daniel Manz hat den Kampf um Bronze verloren. Trainer Helm will mehr Punkte für seinen Schützling gezählt haben.

Peking - Ein umstrittener Punkt zum 3:4 acht Sekunden vor Schluss des kleinen Finales hat Taekwondoka Daniel Manz um die Bronzemedaille im olympischen Turnier von Peking gebracht.

"Daniel ist die Medaille gestohlen worden. Das war nie und nimmer ein Punkt", wetterte Trainer Waldemar Helm nach dem von 6000 Zuschauern umjubelten Sieg von Taiwans Weltmeister Sung Yu-Chi, nachdem sein Schützling sekundenlang fassungslos auf der Matte kniete.

Gold gewannen Son Tae-Jin (Männer -68 kg) und Lim Su-Yeong (beide Südkorea/Frauen -57 kg).

"Das muss ich erst verarbeiten", meinte Daniel Manz und verschwand als Olympia-Fünfter bitter enttäuscht von der Bildfläche.

"Entscheidender Heimvorteil"

Das Sprechen übernahm der aufgebrachte Coach des 20 Jahre jungen Friedrichshafeners.

"Das Publikum hat für den entscheidenden Heimvorteil gesorgt. Wir sind ein Sport der Tatsachen-Entscheidungen und menschlichen Fehler. Heute hat es uns ganz bitter getroffen", sagte Helm: "Ich habe mindestens zwei Treffer weniger beim Taiwanesen gesehen und zwei mehr bei Daniel. Er hat doch den Kampf klar bestimmt."

Sportsoldat Manz glich im Bronze-Finale 18 Sekunden vor Schluss die schon da schmeichelhafte 3:2-Führung von Sung aus. Die allerletzte Attacke des Weltmeisters aus Taiwan sahen im Gegensatz zum deutschen Lager mindestens drei der vier Mattenrichter als punktwürdig und verhalfen dem Topfavoriten damit zur Medaille.

Fromm letzte deutsche Medaillenhoffnung

"Daniel hat hier eine erstklassige Leistung abgeliefert. Er hat große Nervenstärke bewiesen, zwei Kämpfe gewonnen und den entscheidenden eigentlich auch. Er ist erst 20 Jahre alt und wird in vier Jahren wieder kommen. Dann steht er ganz oben auf dem Siegerpodest", bilanzierte Helm kämpferisch.

Letzte deutsche Medaillenhoffung ist nun Europameisterin Helena Fromm die am Freitag (3.15 Uhr/MESZ) in der 67-kg-Klasse erstmals auf die Matte tritt.

Die bisher einzige deutsche Medaille in der fernöstlichen Kampfsportart hatte 2000 bei der Olympia-Premiere von Taekwondo in Sydney Faissal Ebnoutalib (Silber) errungen.

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