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Olympiasieger Andreas Dittmer steht im Finale über 1000 Meter © imago

Dreimal Gold wollen die deutschen Kanuten holen, doch ein Infekt könnte ihnen einen Strich durch die Rechnung machen.

Peking - Ein Infekt gefährdet die "Operation Gold" der deutschen Kanuten.

Der selbst angeschlagene Olympiasieger Andreas Dittmer platzte nach seinem Halbfinal-Aus über 500 Meter mit der eigentlich geheimen Information heraus:

"Die halbe Mannschaft hat mit einem Infekt zu kämpfen. Ich habe heute auch Halsschmerzen und Rotz bekommen - das macht es nicht einfacher."

Die Namen der "Patienten", die unter Halskratzen und Schnupfen leiden, sind vor den Finalrennen am Freitag und Samstag (jeweils 9.30 Uhr LIVE) offiziell geheime Verschlusssache.

"Wir wollen die Gegner nicht stark machen", sagt Reiner Kießler. Der Cheftrainer versuchte deshalb auch zu beschwichtigen.

Drei Goldmedaillen bleiben das Ziel

Einen Bluttest wie bei der erkrankt abgereisten Carolin Leonhardt werde es nicht geben, es sei "ein bissel Halskratzen und keine bakterielle Geschichte".

Die medizinische Abteilung würde aber genau hinschauen.

Trotz der Probleme rückt der mit einer Job-Garantie bis 2012 ausgestattete Kießler nicht vom Ziel "drei Goldmedaillen" ab, hält sogar sechs Medaillen für möglich.

Rauhe/Wieskötter in Favoritenrolle

In Athen war die deutsche Flotte noch unter der Regie von Josef Capousek zu vier Siegen und dreimal Silber gerauscht.

Diesmal brachten sich 10 von 12 deutschen Booten mit insgesamt 16 Athleten für die Endläufe in Stellung.

Die Hoffnungen ruhen vor allem auf den Athen-Olympiasiegern Ronald Rauhe/Tim Wieskötter (Zweierkajak) und Christian Gille/Tomasz Wylenzek (Zweiercanadier).

Die Topfavoriten sollen nicht von dem grassierenden Infekt betroffen sein.

Keine akute Gefahr

Als Ursache sieht Kießler den ständigen Wechsel zwischen extremer Hitze draußen und der Kälte durch die Klimaanlagen.

"Es besteht momentan keine akute Gefahr, dass ein Boot wegen des Infektes nicht starten kann", erklärte Sportdirektor Jens Kahl.

Die Leistungsfähigkeit ist aus seiner Sicht ebenfalls derzeit gewährleistet.

"Erwarte kein Wunder"

Neben dem 36-jährigen Dittmer, der am Freitag im letzten Rennen seiner Karriere über 1000 Meter antritt, schied im verregneten Shunyi Park der ebenfalls angeschlagene Einerkajak-Spezialist Jonas Ems (Essen) am Donnerstag als Vorlauf-Sechster wie erwartet aus. Nur die besten Drei kamen in den Endlauf.

Dittmer fehlten auf Platz vier 0,295 Sekunden: "Ich erwarte kein Wunder, ich habe ein paar Defizite, werde aber alle Kräfte mobilisieren." Die Galionsfigur war enttäuscht und ratlos: "Soll ich etwa einen Zaubertrank nehmen?"

Leonhardt fällt aus

Erstes Opfer der Krankheitswelle war am Wochenende die allerdings schon krank angereiste Olympiasiegerin Carolin Leonhardt, die wegen einer Nebenhöhlenentzündung aus dem Flaggschiff genommen werden musste.

Der Viererkajak mit Schlagfrau Fanny Fischer und Ersatzfrau Conny Waßmuth ist dennoch der schärfste Rivale von Ungarn im Kampf um den Olympiasieg.

Die 21-jährige Fischer, Nichte der deutschen Rekord-Olympiasiegerin Birgit Fischer, fährt auch im Zweierkajak mit Nicole Reinhardt um Gold.

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