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Marion Rodewald beendet ihre Karriere nach 276 Länderspielen © getty

Marion Rodewald will sich mit dem deutschen Frauen-Team im Spiel um Platz 3 gegen Argentinien mit Bronze verabschieden.

Peking - Ihr 276. Länderspiel ist voraussichtlich auch das letzte.

Im Spiel um Platz drei am Freitag (12 Uhr LIVE) bei den Olympischen Spielen in Peking wird Marion Rodewald die deutsche Mannschaft gegen Argentinien wieder auf den Platz führen, wie schon seit 2003.

Noch einmal volle Konzentration auf das Spiel und das Ziel Bronzemedaille.

"Wir möchten unbedingt diese Medaille holen", sagt die Mittelfeldspielerin. Sie weiß schließlich, wie sich das anfühlt, da auf dem Treppchen. Die Goldmedaille 2004 ist und bleibt der größte Triumph der Karriere.

Wiederholungs-Traum geplatzt

Der Traum von der Wiederholung war nach der 2:3-Niederlage gegen China geplatzt.

Die Endgültigkeit des Ausscheidens kam beim Auslaufen neben dem Frust hoch: "Die Gold-Chance bekommst du nur alle vier Jahre. Das ist nicht so schnell zu verarbeiten", sagt sie - und dann flossen noch einmal die Tränen.

Dem Ziel Olympia 2008 hatte die 31-Jährige in den vergangenen Jahren noch einmal alles untergeordnet.

Fünf Spielerinnen vor Karriere-Ende

Der Deutsche Hockey-Bund (DHB) und die Trainer wünschen in der Regel eine Selbstverpflichtung der Spielerinnen für einen vollständigen Olympia-Zyklus. Da ist es kaum vorstellbar, dass Rodewald dies noch einmal auf sich nimmt, nehmen kann.

Neben Rodewald dürften auch die Olympiasiegerinnen Fanny Rinne, Natascha Keller, Anke Kühn und Tina Bachmann jeweils über das Ende ihrer internationalen Laufbahn nachdenken.

Mit Ende 20, Anfang 30 muss die Konzentration auf den Beruf folgen. Rodewald will sich auf den Bereich Rehabilitation und Prävention spezialisieren.

Familie hat jetzt Vorrang

Außerdem ist irgendwann die Familie dran. Die Sportwissenschaftlerin ist seit Dezember 2006 als einzige der deutschen Spielerinnen verheiratet.

Unter Trainer Michael Behrmann hat "Marly" auf ihre alten Tage in der Nationalmannschaft sogar einen Positionswechsel verordnet bekommen.

Von der Innenverteidigung, wo die gebürtige Mülheimerin auch bei Rot-Weiß Köln spielt, rückte sie ins Mittelfeld vor. "Ich musste mich umstellen, man hat nicht das ganz Spiel vor sich", sagt sie: "Aber jetzt macht es Spaß." Außerdem: "Als ich mit 16 zu den Damen kam, habe ich als Stürmerin begonnen."

Ärger um verhinderte Meinungsfreiheit

Die nur 1,64 Meter große und 56 kg schwere Kölnerin engagiert sich unter anderem im Aktiven-Beirat im DOSB, dem Aufsichtsrat der Sporthilfe und im Kuratorium der Nationalen Anti-Doping-Agentur. Sie macht den Mund auf, wenn ihr etwas nicht gefällt.

Die Beschneidung der Meinungsfreiheit an den Olympiastätten beispielsweise.

"Wir dürfen uns kritisch dazu äußern, was in China passiert, aber nur in der sogenannten Mixed Zone und im deutschen Haus. Das ist ziemlich wenig. Es ist traurig genug, dass die Spiele nach China vergeben wurden."

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