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Oksana Chusovitina gewinnt im Alter von 33 Jahren Trampolin-Silber. © imago

Die Sport1-Redaktion blickt zurück auf die Spiele von Peking. Jessica Pulter beschreibt ihren persönlichen olympischen Moment.

Von Jessica Pulter

Mit 33 Jahren gehören Athleten vieler Sportarten bereits zum "alten Eisen", doch in keiner Sportart trifft das so zu wie beim Turnen der Frauen.

Frauen? Nein, eigentlich sind es junge Mädchen, die sich in vier Gerätedisziplinen um die Medaillen streiten.

Die Athletinnen sind kaum aus der Pubertät raus und werden zu Höchstleistungen geputscht, die sie nicht nur körperlich, sondern besonders mental zu bewältigen haben.

Das Mindestalter von 16 Jahren im olympischen Jahr ist eine gute Entscheidung, aber angesichts der kindlichen Ausstrahlung insbesondere der Chinesinnen bleiben Zweifel.

Usbekin für Deutschland

Doch dann ist da Oksana Chusovitina. Eine gebürtige Usbekin, die seit 2006 für den Deutschen Turner-Bund startet.

Chusovitina ist 33 Jahre alt und hat bereits große Erfolge auf internationaler und olympischer Ebene gefeiert, da waren ihre Konkurrentinnen von heute teilweise noch gar nicht auf der Welt. Ihr Silber-Erfolg im Sprung gehört zu schönsten Medaillen, die Deutschland in Peking gewonnen hat.

Stahlharte Nerven

Nicht nur, weil die Geschichte von Chusovitina, die aufgrund der Leukämie-Erkrankung ihres Sohnes 2002 nach Deutschland kam, so bewegt. Sondern auch, weil diese Medaille - ihre erste Einzel-Medaille bei Olympia - hart erkämpft ist. Chusovitina hat eine blitzsaubere Leistung im Finale gezeigt.

Und stahlharte Nerven! Denn vor ihrem ersten Sprung gab es eine Verzögerung im Wettbewerb. Die Wertung für Konkurrentin Anna Pawlowa ließ lange auf sich warten, da die Russin einen anderen Sprung gezeigt hatte als angegeben.

Chusovitina musste minutenlang ausharren, ließ sich aber davon nicht beeindrucken und holte Silber.

Hoffnungsvolle Leistung

Ihr Erfolg macht Hoffnung für eine Sportart, die in den letzten Jahren immer mehr den Eindruck vermittelte, dass die Athletinnen nur einmal im Leben eine Chance auf olympisches Edelmetall haben.

Eine Sportart, in der selbst 20-Jährige zu den Routiniers gehören.

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