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Achillessehnenbeschwerden beenden Liu Xiangs Traum vom Olympia-Gold © imago

Die Sport1-Redaktion blickt auf Olympia 2008 in Peking. Wolfgang Kleine beschreibt seinen persönlichen olympischen Moment.

Von Wolfgang Kleine

Da sind sie, die Michael Phelps, die Usain Bolts, die Dayron Robles, die weiblichen Werfer-Kraftpakete aus Weißrussland, die Wasserspringer und Turner aus China und die Bahnrad-Fahrer aus Großbritannien.

Es sind die großen Sieger dieser Spiele, gefeiert, geachtet, respektiert oder auch geächtet - wegen Dopings oder Dopingverdachts.

Das sind sie, die die Medaillen in Peking abräumten, die die Schlagzeilen beherrschten.

Aber wo sind sie, die Mitfavoriten, die strauchelten - wo die Hürden einfach zu hoch waren? Tränen, Mitleid und auch Respekt begleiteten sie.

Trost von der Konkurrenz

Da ist Susanna Kallur. Mitfavoritin über 100 m Hürden. Im Halbfinale tritt die schwedische Europameisterin in die erste Hürde und stürzt - das Aus! Sie wird im Ziel getröstet von Lollo Jones.

Da ist Lollo Jones. Die US-Amerikanerin führt im Finale mit großem Vorsprung, dann tritt sie in die vorletzte Hürde, kommt ins Straucheln und vergibt die schon sicher geglaubte Goldmedaille. Im Ziel mag sie niederkauernd mit Tränen in den Augen gar nicht mehr auf die Anzeigetafel schauen.

Traum geplatzt

Da ist Liu Xiang. Der Chinese, Volksheld in seinem Land, in dem die Topathleten wie ferngesteuert und programmiert wirken, soll im Duell mit dem späteren Sieger Dayron Robles das erwartete Gold holen.

Doch der Olympiasieger von Athen leidet unter Achillessehnenschmerzen. Den Startversuch im Vorlauf über 110 m Hürden muss er mit schmerzverzerrtem Gesicht abbrechen. Es geht nicht mehr.

Er verlässt den Innenraum des "Vogelnestes". 90.000 chinesische Zuschauer und Millionen vor den TV-Schirmen sind entsetzt. Sein Trainer Sun Haiping weint bittere Tränen. Ein Traum ist geplatzt.

Für alle diese Favoriten gilt: Die Hürden waren zu hoch!

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