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So jubelte er nach dem Gold-Triumph: Matthias Steiner © getty

Der Olympiasieger will sich bei der Abschlussfeier einen Traum erfüllen. Reiter Ahlmann muss mit Geldforderungen rechnen. Splitter:

Peking - Gewichtheber-Olympiasieger Matthias Steiner soll bei der Schlussfeier die deutsche Fahne tragen.

Einen entsprechenden Vorschlag hat Bundestrainer Frank Mantek bei der deutschen Mannschaftsleitung eingereicht. "Matthias möchte das sehr gerne machen. Mal sehen, was dabei herauskommt", sagte Mantek.

Der gebürtige Österreicher hatte mit seinem Gold-Triumph im Superschwergewicht für den wohl bewegendsten Moment der Spiele gesorgt, als er auf dem Podest immer wieder das Foto seiner im vergangenen Jahr bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückten Frau küsste.

Die Splitter aus Peking:

Teure A-Probe

Für Springreiter Christian Ahlmann könnte die Olympia-Teilnahme nach seiner Suspendierung wegen einer positiven A-Probe bei seinem Pferd "Cöster" zu einem kostspieligen Unternehmen werden. Wie DOSB-Generaldirektor Michael Vesper mitteilte, droht Ahlmann die Übernahme von Transport- und Übernachtungskosten für sich und sein Pferd.

"Wenn sich der Fall in der B-Probe bestätigt, muss er mindestens seine Entsendungskosten tragen, so wie es auch in der Athletenvereinbarung steht. Das schließt auch die Kosten für den Pferdetransport ein", sagte Vesper. Pro Athlet werden schätzungsweise 7500 Euro berechnet, bei Transport und Unterbringung der Pferde geht man von einer fünfstelligen Summe aus.

OK-Chef teilt aus

Wang Wei, Vize-Präsident des Organisationskomitees BOCOG der Olympischen Spiele, hat die ausländischen Medien der Unwissenheit über die politischen Verhältnisse in China bezichtigt. "Die ausländischen Medien wissen zu wenig über China, um ausgewogen berichten zu können", erklärte der Olympia-Macher.

Kritik an den politischen Verhältnissen in Tibet, so Wang weiter, sei daher unangebracht: "Man sollte die Menschen in Peking nach Tibet fragen. Ich habe auch Freunde in Tibet, deren Lebensbedingungen haben sich dramatisch verbessert."

Manipulation beim Boxen?

Der Box-Weltverband hat einen Offiziellen aus Rumänien wegen des "möglichen Versuchs der Manipulation" suspendiert. Bei den Vorwürfen geht es um die Ansetzung des Kampfgerichts.

Es seien entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen worden. Zudem wurde auch das Internationale Olympische Komitee eingeschaltet, das einen unabhängigen Beobachter zum olympischen Boxturnier entsandte.

Am 22. August wurde Obreja schließlich suspendiert. Im Verlauf des olympischen Box-Wettbewerbs hatte es mehrfach umstrittene Entscheidungen bei Kämpfen gegeben.

Schäuble verteidigt Sportförderung

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat trotz des erneuten Rückgangs der Zahl der deutschen Olympia-Medaillen die staatliche Sportförderung verteidigt. "Wenn wir die Sportler nicht unterstützen, können wir auch nicht erwarten, dass sie viel für unser Land leisten", sagte der Politiker auf einer Pressekonferenz in Peking.

Er werde sich nach Ende der Sommerspiele mit den deutschen Sportlern an einen Tisch setzen und die Situation analysieren: "Dabei werden wir nichts schönreden."

Die Politik habe weiter ein Interesse daran, dass sich junge Menschen im sportlichen Wettbewerb der Welt messen und dafür faire Chancen bekämen: "Was die Bundesregierung dazu beitragen kann, wird sie im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten unter der Berücksichtigung der Autonomie des Sports tun."

Das zu erwartete Abschneiden mit weniger Medaillen als in Athen (damals 49) habe sich schon im Vorfeld abgezeichnet: "Wir wussten, dass der internationale Wettbewerb in vielen Bereichen noch härter geworden ist", meinte Schäuble.

Smog-Erholung im Allgäu

Vom Smog in Peking in die frische Allgäuer Bergluft: Die Hoteliers im Ortsteil Oberjoch des Kurortes Bad Hindelang laden alle deutschen Olympiateilnehmer 2008 zur Frischluftkur ein. Gemeinsam mit ihrem Partner können die deutschen Athleten im Oktober eine Woche kostenlos in den Allgäuer Bergen ausspannen.

Die Organisatoren bezahlen die Übernachtung mit Halbpension. "Die deutschen Athleten haben unter schwierigsten Bedingungen absolute Höchstleistungen erbracht. Jetzt haben sie sich eine Brise Frischluft mehr als verdient", sagte Max Hillmeier, Kurdirektor des Ferienortes Bad Hindelang.

Was die größzügige Offerte insgesamt kosten wird, hat der gute Mann nicht verraten.

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