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Die Skyline der Bewerberstadt Chicago am Michigan-See © getty

Vier Städte bewerben sich um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2016. Chicago gilt als der Topfavorit.

München/Peking - Die Sommerspiele in Peking gehen ihrem Ende entgegen - und schon bahnt sich ein packender Vierkampf um die Sommerspiele 2016 an.

Chicago, Madrid, Rio de Janeiro und Tokio gehen als offizielle Kandidaten in die Endausscheidung durch das Internationale Olympische Komitee. Gewählt wird der Ausrichter im Rahmen der 121. IOC-Session am 2. Oktober 2009 in Kopenhagen.

Als Favorit gilt Chicago. Der Drei-Millionen-Stadt am Lake Michigan im US-Bundesstaat Illinois werden beste Chancen im Ringen der Kontinente Amerika, Europa und Asien eingeräumt.

Als Joker wird Basketball-Legende Michael Jordan im Werben um die Spiele gezogen. Und die "Windy City" hat den TV-Giganten NBC im Rücken, der größter Geldgeber von Olympia ist.

"Ein perfekter Schauplatz"

"Wir sind optimistisch, weil wir wissen, dass unsere Stadt ein perfekter Schauplatz sein könnte. In Peking haben wir gute Kontakte geknüpft, um unsere Kandidatur voranzubringen. Wir wollen aber nicht zu aggressiv auftreten", sagt Patrick D. Sandusky, Sprecher von Chicagos Bewerbungskomitee.

Die USA waren zuletzt 1996 mit Atlanta Gastgeber von Sommerspielen.

Tokio setzt auf kurze Wege

Äußerst intensive Lobbyarbeit betreibt in Peking auch das Bewerbungskomitee der Stadt Tokio, die schon 1964 Gastgeber der Sommerspiele war.

Die japanische Hauptstadt hat ein kühnes Projekt präsentiert. Ihrem Plan zufolge soll ein Großteil der Wettkämpfe im Stadtzentrum der 32-Millionen-Metropole abgehalten werden. Der olympische Slogan lautet "Vereinigt unsere Welten".

21 Wettkampfstätten der Spiele 1964 wollen die Japaner modernisieren und nutzen, nicht mehr als zehn neue dazubauen.

Das Olympische Dorf soll in jedem Fall nur maximal acht Kilometer von den Wettkampfstätten entfernt sein. Die Kandidatur Tokios ist mit 48 Millionen budgetiert, die Stadt könnte es freilich schwer haben, nur acht Jahre nach Peking die Spiele erneut nach Asien zu holen.

Rio mit Überraschungs-Coup?

Dagegen trauen immer mehr Beobachter Rio de Janeiro eine Überraschung zu. Die Stadt am Zuckerhut hatte sich als Ausrichter der PanAm-Games 2007 besser als erwartet geschlagen.

Außerdem steigt offenbar die Zahl der IOC-Mitglieder, die Südamerika erstmals als Olympia-Schauplatz sehen wollen. Ein mögliches Handicap: 2014 soll bereits die Fußball-WM in Brasilien stattfinden.

"Rio erfüllt alle Voraussetzungen, die eine Stadt für die Ausrichtung braucht", sagte der brasilianische Staatspräsident Luiz Inacio Lula da Silva nach einem Treffen mit IOC-Präsident Jacques Rogge in Peking.

"Ich habe Rogge gesagt", berichtete er, "dass Olympia nicht dafür gemacht worden ist, nur in reichen Ländern stattzufinden, und dass Brasilien besser vorbereitet ist als viele andere Länder."

Madrid wohl ohne Chancen

Madrid versucht es nach dem dritten Platz bei der Abstimmung für die Spiele 2012 noch einmal, doch die Aussichten für die Spanier für 2016 scheinen eher schlecht zu stehen.

Nach den Spielen 2012 in London erscheint ein weiterer europäischer Gastgeber nur vier Jahre später unrealistisch - auch wenn sich IOC-Ehrenpräsident Juan-Antonio Samaranch für Madrids Kandidatur mächtig ins Zeug legt.

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