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Streitlustig: Fabian Hambüchen (r.) und Vater Wolfgang © getty

Der Streit eskaliert. Fabian Hambüchen geht zweimal in die Luft: Zum Rückflug und vor allem zum Hieb gegen den DTB-Sportchef.

Peking - Am Freitag ging der Hambüchen-Clan in die Luft - im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Rückreise nach Deutschland war der vorläufige Schlussstrich unter einen Olympia-Trip, der dem Reck-Weltmeister nur Bronze statt Gold am "Königsgerät", drei undankbare vierte Plätze, einen lädierten Finger und am Ende sogar eine kleine Imagedelle einbrachte.

Von "Waldi und Harry" ins TV gelockt und von Vater Wolfgang ganz offensichtlich befeuert, lederte Fabian Hambüchen gegen Wolfgang Willam, Sportdirektor des Deutschen Turner-Bundes (DTB), los.

"Im Moment habe ich ihn ganz schön gefressen. Er wird schon merken, dass wir in Zukunft immer mehr unser Ding machen werden", polterte der 20-Jährige bei einem Besuch im Deutschen Haus am Vorabend seiner Abreise.

Willam-Äußerungen der Auslöser

Auslöser der Sticheleien waren angebliche Äußerungen Willams, der Reck-Europameister habe schon länger in einer Formkrise gesteckt, was man bewusst nicht nach außen getragen habe, um den Athleten nicht zu verunsichern.

Coach Wolfgang Hambüchen forderte daraufhin in der "Bild" sogar die Ablösung des Funktionärs: "Der ist total unten durch, der muss weg."

Der so Attackierte fühlte sich jedoch völlig missverstanden. "Eine solche Aussage meinerseits würde jeglicher Grundlage entbehren und ist so nie getroffen worden", erklärte Willam.

Bester in der Qualifikation

Er verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass Hambüchen schließlich in der Qualifikation die beste Reckübung (16,20 Punkte) geturnt habe und schon deshalb ganz klar ein Kandidat für den Olympiasieg an diesem Gerät gewesen sei.

Nach zwei Wochen Urlaub mit Freundin Viktoria wird Hambüchen nun eine Wettkampfpause einlegen und frühestens im Oktober in der Kunstturn-Bundesliga wieder für die KTV Straubenhardt an die Geräte gehen.

Start beim DTB-Pokal ungewiss

Noch längst nicht sicher ist - unabhängig vom aktuellen Stress mit dem DTB - sein Start beim zum Weltcup zählenden DTB-Pokal Mitte November in Stuttgart.

"Wir müssen einfach sehen, ob es in unsere Trainingsplanungen passt, dort anzutreten", hatte Hambüchen senior bereits im Vorfeld der Spiele von Peking erklärt und damit für alle Fälle vorgesorgt.

Schon im Vorjahr war Hambüchen der DTB-Prestigeveranstaltung ferngeblieben, das Publikumsinteresse war daraufhin seinerzeit spürbar zurückgegangen.

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