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Die Hafenstadt Sotschi liegt in der Region Krasnodar am Schwarzen Meer © getty

Der Bürgermeister-Wahlkampf in der Olympiastadt bleibt ereignisreich. Ein Ex-KGB-Agent zieht sich aus dem Rennen zurück.

Moskau - Im Bürgermeister-Wahlkampf in Russlands künftiger Olympia-Stadt Sotschi überschlagen sich die Ereignisse.

Einen Tag nach dem Ammoniak-Anschlag auf den liberalen Kandidaten Boris Nemzow (Gas-Anschlag in Sotschi) ist ein Mitbewerber mit pikanter Vorgeschichte aus dem Rennen ausgestiegen.

Der unter Mordverdacht stehende, ehemalige KGB-Agent Andrej Lugowoj ließ rund einen Monat vor den Wahlen in der Schwarzmeer-Stadt am 26. April durch seine LDPR-Partei seine Kandidatur für das Amt offiziell zurückziehen.

"Wir bestätigen, dass wir die Kandidatur ausgetauscht haben", erklärte Sprecherin Wiktoria Sotnikowa für die Partei des Ultranationalisten Wladimir Schirinowski.

KGB-Kollege soll vergiftet worden sein

Lugowoj soll 2006 seinen früheren KGB-Kollegen Alexander Litwinenko in London nach Erkenntnissen des britischen Geheimdienstes und der Staatsanwaltschaft mit der radioaktiv strahlenden Substanz Polonium 210 vergiftet haben. Ein Auslieferungsgesuch Englands lehnte Russland ab.

Litwinenkos Witwe Marina hatte für den Fall von Lugowojs Wahl zu Sotschis Bürgermeister eine Kampagne zum Boykott der Olympia-Wettbewerbe in der Schwarzmeer-Stadt angekündigt:

"Seine Wahl wäre ein Affront gegenüber allen, die guten Willens nach Sotschi kommen wollen. Ich würde von Land zu Land reisen, um an die Menschen zu appellieren, nicht an einem Ereignis teilzunehmen, dessen Gastgeber ein Mörder ist."

Mordverdacht angeblich nicht der Grund

Viktoria Sotnikowa dementierte, dass der Verdacht gegen Lugowojs der Grund für den Rückzug der gut zwei Wochen als "100-prozentig" verkündeten Kandidatur war.

"Sein guter Ruf ist viel stärker als die negativen Berichte über ihn", meinte die Funktionärin: "Durch den Verzicht auf die Kandidatur kann er sich auf seine Parlamentsarbeit für uns konzentrieren. Wir wollen keinen guten Abgeordneten verlieren."

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