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Die 36-jährige Sabine Spitz ging als Favoritin in das Rennen © getty

Sabine Spitz macht ihre Ankündigung wahr und gewinnt souverän das Mountainbike-Rennen. Es ist das 15. Gold für Deutschland.

Peking - Sabine Spitz hat nach einem Gala-Auftritt im Gelände den olympischen Thron bestiegen.

Die Vize-Weltmeisterin holte sich im olympischen Mountainbike-Rennen überlegen die Goldmedaille und bescherte Deutschland damit am vorletzten Tag der Spiele in Peking die 15. Goldmedaille.

Die 36-Jährige siegte nach sechs Runden und 27 km mit einem Vorsprung von 41 Sekunden vor der Polin Maja Wloszczowska sowie der Russin Irina Kalentjewa (1:17 Minuten zurück). Eine Schrecksekunde gab es kurz vor Schluss, als Spitz stürzte und einige Sekunden einbüßte.

"Wenn man sich den Jahresverlauf ansieht, war der Olympiasieg nicht so überraschend. Überraschend war aber, wie souverän und mental stark sie das Rennen gewonnen hat. Sabine ist eine würdige Olympiasiegerin", sagte Bundestrainer Frank Brückner.

Bronze in Athen

Für Spitz, die vor vier Jahren in Athen die Bronzemedaille gewonnen hatte, war der Triumph von Peking der größte Erfolg ihrer Karriere und zugleich die Krönung eines sensationellen Jahres.

Im Mai hatte sie sich den EM-Titel in St. Wendel geholt, danach folgten zweite Plätze bei der WM in Val di Sole sowie bei der Langstrecken-WM in den Dolomiten. Nebenbei wurde sie noch zum siebten Mal deutsche Meisterin und eroberte die Führung in der Weltrangliste.

Konkurrentinnen scheiden aus

Auf dem Cross-Country-Kurs im Pekinger Vorort Laoshan stellte sie dementsprechend ihre Klasse eindrucksvoll unter Beweis.

Bereits kurz nach dem Start übernahm sie die Führung und baute den Vorsprung kontinuierlich aus. Nach zwei Runden lag sie bereits 53 Sekunden vor der Polin Maja Wloszczowska.

Zwei ihrer größten Rivalinnen, Weltmeisterin Margarita Fullana (Spanien) und die Athen-Zweite Marie-Helene Premont (Kanada), schieden bereits in der dritten und vierten Runde aus.

Gute Bedingungen für Spitz

Erwartungsgemäß keine Rolle spielte Adelheid Morath (Freiburg) als zweite deutsche Starterin.

Der deutschen Ausnahmeathletin Spitz spielten dagegen die Bedingungen perfekt in die Karten. Nachdem das Rennen wegen der Regenfälle am Donnerstag um einen Tag verschoben werden musste, herrschten am Samstagmorgen Temperaturen um 30 Grad.

Dazu war der extrem anspruchsvolle Kurs wie geschaffen für Spitz.

Absalon siegt bei den Männern

Bei den Männern setzte sich der Franzose Julien Absalon nach acht Runden und 35,6 km mit einem Vorsprung von 1:07 Minuten vor seinem Landsmann Jean-Christophe Peraud durch. Dritter wurde 1:53 Minuten zurück der Schweizer Nino Schurter.

Absalon legte in der zweiten Runde den Grundstein zum Sieg, als er sich von den Verfolgern abgesetzt hatte. Damit wiederholte der viermalige Weltmeister seinen Triumph von Athen und stellte seine Ausnahmestellung erneut eindrucksvoll unter Beweis.

Manuel Fumic (Kirchheim/Teck) belegte als bester Deutscher den elften Platz (5:17 Minuten zurück). Moritz Milatz (Freiburg) landete auf Platz 16 (7:00).

Dritte Medaille

So war es Sabine Spitz, die für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) zum Abschluss für ein goldenes Happyend sorgte.

Nachdem die deutschen Fahrer auf der Straße ein Debakel erlebt hatten und die Bahnfahrer mit Silber im Punktefahren (Roger Kluge) und Bronze Teamsprint im Rahmen ihrer Möglichkeiten geblieben waren, gab es schließlich durch Spitz die dritte Medaille.

Doch verbuchte der BDR damit die schlechteste Ausbeute seit Atlanta 1996 (jeweils einmal Gold und Bronze) und verfehlte das ursprünglich von BDR-Sportdirektor Burckhard Bremer ausgegebene Ziel von fünf Medaillen.

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