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Dr. Thomas Bach ist seit Februar 2006 ehrenamtlicher Vizepräsident des IOC © imago

Der nächste Sünder ist den Dopingfahndern ins Netz gegangen: Der Gewichtheber Igor Rasoronow wurde positiv getestet.

Peking - Die Olympischen Spiele in Peking haben ihren zehnten Dopingfall:

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) gab am Samstag bekannt, dass der Gewichtheber Igor Rasoronow aus der Ukraine nach einer positiven A-Probe disqualifiziert worden sei.

Rasoronow hatte in der 105-kg-Kategorie den sechsten Platz belegt. Der Ukrainer war laut IOC am 18. August positiv auf Nandrolon getestet worden.

In Peking hatte es zuvor Dopingfälle in der Leichtathletik (2), im Schießen (1), im Turnen (1) und im Radsport (1) gegeben. Hinzu kommen vier gedopte Pferde bei den Reiterspielen in Hongkong.

Im Vorfeld der Spiele waren laut IOC-Vize Thomas Bach bereits mehr als 30 Doping-Sünder durch Fachverbände und Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) aussortiert worden.

Zahl der Kontrollen erhöht

Bei den Sommerspielen wird die vorgesehene Zahl von 4500 Dopingkontrollen deutlich übertroffen. Bereits bis Donnerstag habe das Internationale Olympische Komitee (IOC) 4620 Tests vornehmen lassen, sagte Bach am Samstag auf einer Pressekonferenz im Deutschen Haus.

Bis zum Ende der Spiele am Sonntag würden es laut Bach 5000 Kontrollen werden. Alle Proben von Peking werden für acht Jahre eingefroren.

Die Erhöhung um mehr als zehn Prozent begründete der IOC-Vize mit mehr Zielkontrollen. Von den bisher 4620 Tests waren 3681 Urin- und 939 Bluttests.

Lehre aus Sydney

Es ist das engmaschigste Dopingkontrollsystem der Olympia-Geschichte. 2004 in Athen waren 3700 Kontrollen vorgenommen worden. Es wurden 28 Doper überführt. 2000 in Sydney mit 3200 Kontrollen gab es 14 positive Fälle.

Das Einfrieren der Proben, um sie bei neuen Erkenntnissen nachkontrollieren zu können, sei eine Lehre aus Sydney mit den späten Geständnissen von "Sprint-Königin" Marion Jones (dreimal Gold, zweimal Bronze) und 400-m-Sprinter Antonio Pettigrew, der mit seinen Kollegen das 4x400-m-Gold wieder abgeben musste.

"In Sydney war der Abstand zwischen Dopern und Dopingjägern sicher so groß wie sonst nie", meinte Bach. Die Situation habe sich seitdem deutlich zugunsten der Fahnder verschoben.

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