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Olympiasiegerin im Weitsprung: Die Brasilianerin Maurren Higa Maggi © getty

Die Olympiasiegerin im Weitsprung bricht fast zusammen. Dayron Robles vermisst seinen größten Konkurrenten. Olympische Splitter:

Peking/München - In Tränen aufgelöst brach die brasilianische Weitsprung-Olympiasiegerin Maurren Higa Maggi bei der Siegerehrung vor Glück fast zusammen.

"Es ist so ein schönes Gefühl, als erste brasilianische Leichtathletin eine Olympiamedaille gewonnen zu haben", sagte die 32-Jährige, die von 2003 bis 2005 eine zweijährige Dopingsperre absitzen musste.

Auf den Namen Maurren war sie einst in Anlehnung an Maureen, die erste Frau von Beatles Schlagzeuger Ringo Starr, getauft worden.

Doch beim Ausfüllen der Taufurkunde unterlief ein Fehler, sodass aus Maureen Maurren wurde. Sie ist mit dem ehemaligen Formel-1-Rennfahrer Antonio Pizzonia verheiratet.

Die weiteren Splitter aus Peking:

DURSTSTRECKE

Der Olympiasieg von Stabhochspringer Steve Hooker beendete eine 40 Jahre lange Durststrecke von Australiens Leichtathletik-Männern.

Letzter Goldmedaillengewinner war 1968 in Mexiko Ralph Doubell über 800 m.

WUNDER

Der Gewinn von Weitsprung-Bronze war für Nigerias Blessing Okagbare "das größte Wunder, für das Gott jemals gesorgt hat".

Sie rutschte erst ins Finalfeld, nachdem die ursprünglich qualifizierte Ukrainerin Ludmilla Blonska des Dopings überführt worden war: "Als ich von meiner zweiten Chance erfuhr, wusste ich, dass es jetzt auch zu einer Medaille reicht."

EINSAM

Hürdensprint-Olympiasieger Dayron Robles hat sich ohne den verletzten chinesischen Olympiahelden Liu Xiang im Finale über 110 m Hürden einsam gefühlt.

"Es war eine Enttäuschung, dass er nicht starten konnte", sagte der Kubaner nach seinem überzeugenden Erfolg: "Aber ich bin sicher, er kommt zurück, und ich freue mich auf das Duell mit ihm im nächsten Jahr bei der WM in Berlin."

EXTRASÜSS

Der Speerwurf-Olympiasieg von Weltmeisterin Barbora Spotakova im letzten Versuch über Russlands Maria Abakumowa hatte für Tschechien eine symbolische Bedeutung.

Er kam 40 Jahre nach der von Russland angeführten Invasion der Warschauer-Pakt-Staaten in dem damals sozialistischen Land am 21. August 1968, womit der Prager Frühling niedergeschlagen wurde.

"Das macht den Erfolg extrasüß", meinte Spotakova, die Tschechiens erste Olympiamedaille im Frauen-Speerwurf seit Dana Zatopkova 1960 (Silber) gewann.

ABGELEHNT

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat am Samstag die Klagen der Internationalen Olympischen Komitees Italiens (CONI) und Spaniens (COE) gegen die Vergabe der Goldmedaille in der Segelklasse 49er an die Dänen Jonas Warrer und Martin Ibsen abgelehnt.

Damit bleibt das Endklassement nach der abschließenden Wettfahrt bestehen.

Hinter den Skandinaviern holten Iker Martinez/Xabier Fernandez (Spanien) Silber. Bronze sicherten sich die Brüder Jan-Peter und Hannes Peckolt (Hamburg/Kiel), die für das einzige deutsche Edelmetall auf dem Revier in Qingdao sorgten. Die viertplatzierten Italiener Pietro und Gianfranco Sibello gehen weiterhin leer aus.

CONI und COE hatten gegen Wertung des Medaillenrennens vom vergangenen Sonntag protestiert und eine Disqualifikation von Warrer und Ibsen gefordert, da das Duo in der Wettfahrt nach einem bereits vor dem Start gebrochenen Mast am eigenen Boot mit dem der Kroaten angetreten waren.

ÜBERGABE

US-Siebenkämpferin Hyleas Fountain hat die Silbermedaille erhalten, die die gedopte ursprüngliche Zweitplatzierte Ludmilla Blonska aus der Ukraine wieder abgeben musste.

Steve Roush, Sport-Direktor des US-NOK, übergab die Plakette. "Ich freue mich über Silber. Ich habe es auf faire Art und Weise gewonnen", sagte Fountain.

Blonska war positiv auf die das anabole Steroid Methyltestosteron getestet und disqualifiziert worden. Gold gewann Natalja Dobrynska (ebenfalls Ukraine), neue Dritte ist Russlands Tatjana Tschernowa.

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