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Die Gauchos feiern in Peking ihren zweiten Olympiasieg in Folge © getty

Der Olympiasieg ist erst der Anfang. Der argentinische Verbandspräsident glaubt an eine große Zukunft der noch jungen Auswahl.

Peking - Diego Maradona tanzte singend auf dem Rasen, und Ronaldinho applaudierte höflich.

Als Lionel Messi die Goldmedaille umgehängt wurde, verneigten sich die ganz Großen vor der Leistung des kleinen "Flohs".

Die Ehrerbietung war angemessen: Messi führte Argentinien mit einer herausragenden Turnierleistung zum zweiten Fußball-Olympiasieg in Folge und veredelte seinen starken Auftritt in China mit dem goldenen Pass zum 1:0 (0:0)-Erfolg im Endspiel gegen Nigeria.

Traum erfüllt

"Ich habe viele schöne Momente erlebt, die mir für immer in Erinnerung bleiben werden. Aber so etwas macht man nur einmal im Leben mit. Die Goldmedaille war ein Traum von mir - jetzt hat er sich erfüllt. Ich bin so glücklich", sagte der Offensivspieler vom spanischen Top-Klub FC Barcelona nach der Siegesfeier.

Bis zu Messis Pass in der 58. Minute hatten sich die Spieler beider Teams bei "unmenschlichen Bedingungen" (Maradona) über den Rasen des Vogelnests in Peking gequält.

Erst der Gedankenblitz des Dribbelkünstlers hob das festgefahrene Finale aus den Angeln. "Er kann Spiele alleine entscheiden", lobte Trainer Sergio Batista den Vorarbeiter. Messi hatte Angel di Maria auf die Reise geschickt, und der gefühlvolle Heber des Stürmers entschied die Begegnung.

Extreme Bedingungen

Temperaturen von bis zu 42 Grad auf dem Platz und die extrem hohe Luftfeuchtigkeit machte es den Spielern schwer - und die Partie unansehnlich.

"Es war furchtbar, noch schlimmer als in Athen", klagte Javier Mascherano, der einzige "Überlebende" aus der 2004 siegreichen Mannschaft.

Auch Bundesliga-Profi Solomon Okoronkwo (Hertha BSC Berlin) im nigerianischen und der Münchner Jose Sosa im argentinischen Trikot durften sich über den Platz schleppen. Chinedu Obasi (Hoffenheim) schmorte im Wortsinne auf der Bank.

Revanche mit Trinkpausen

Um hitzebedingte Verletzungen zu verhindern, gestattete der Weltverband FIFA zwei Trinkpausen. "Man konnte hier ja kaum Luft bekommen", beschwerte sich Maradona über den Kick zur Mittagszeit.

Den längsten Atem hatte am Ende Argentinien, das sich als erste Mannschaft seit Ungarn 1964 und 1968 das Olympia-Doppel sicherte und zugleich für die Endspiel-Niederlage von 1996 gegen Nigeria revanchierte.

Seit zwölf Begegnungen ist die Albiceleste außerdem bei Olympia nun ungeschlagen - Rekord. "Das war ein wunderbares Turnier meiner Mannschaft", sagte Trainer Batista.

Messi mit Auszeichnung

Vor allem beim 3:0 im Halbfinale gegen den Erzrivalen Brasilien hatten die Gauchos brilliert. Messi zeigte Ronaldinho dabei die Grenzen auf. Spätestens im Finale verdiente er sich den Titel als wertvollster Spieler der Veranstaltung. "Es ist eben alles perfekt gelaufen", sagte er bescheiden.

Er empfinde tiefe, innere Befriedigung, meinte der 21-Jährige noch, "weil ich eigentlich gar nicht hier sein sollte". Barca hatte sich bemüht, Messis Olympia-Teilnahme zu verhindern. "Wegen all der Probleme bedeutet mir diese Medaille besonders viel", sagte Messi.

Gauchos mit großer Zukunft

Für Argentinien war der Olympiasieg nach den Erfolgen bei den U20-Weltmeisterschaften 2005 und 2007 der dritte große Sieg einer jungen Auswahl in nur drei Jahren.

Glaubt man Verbandspräsident Julio Grondona, hat die durch zwei ältere Spieler ergänzte U23-Elf von Peking eine große Zukunft.

"Ich möchte die Fans im ganzen Land umarmen und ihnen zurufen, dass uns noch sehr viele solche Triumphe erwarten", sagte er. Vielleicht schon 2010 in Südafrika.

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