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Die deutschen Hockey-Herren holen sich nach Bronze in Athen den Olympiasieg in China © getty

Die DHB-Herren holen das 16. Olympia-Gold für Deutschland! Markus Weise führt als erster Trainer Damen und Herren nach oben.

Peking - Die deutschen Hockeyherren haben sich ihren Goldtraum erfüllt.

Zwei Jahre nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft triumphierte die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) auch bei den Olympischen Spielen in Peking.

Durch den 1:0 (1:0)-Erfolg über Spanien wurde die Mannschaft als drittes DHB-Team nach 1972 und 1992 Olympiasieger. Christopher Zeller erzielte das goldene Tor in der 16. Minute.

"Das ist super, total verrückt"

"Wahnsinn, die Spanier hatten überhaupt keine Chance", sagte Torwart Max Weinhold und schrie seine Freude heraus: "Das ist super, total verrückt."

Nach dem Schlusspfiff flogen die Schläger weg, die Spieler lagen sich in den Armen und feierten mit einer Deutschland-Fahne.

"Man muss Olympiasieger werden, damit sich die Leute in 20 Jahren noch an einen erinnern", meinte Max Müller, "das haben wir uns heute vorgenommen."

Mit Damen und Herren

Die Goldmedaillen überreichte IOC-Vize Thomas Bach.

Erst als zweite Mannschaft nach Pakistan 1984 konnte Deutschland als amtierender Weltmeister auch Olympiasieger werden.

Bundestrainer Markus Weise feierte zudem einen einmaligen Triumph: Als erster Coach eines Ballsportteams führte er innerhalb von vier Jahren Frauen und Männer zur Goldmedaille.

Kontrollierte Partie

Das deutsche Team begann die Partie sehr kontrolliert. Anders als bei den Damen am Tag zuvor im Spiel um Platz drei war den Herren keine Nervosität anzumerken.

"Wenn man in der Vorrunde Spanien schlägt und im Halbfinale gegen die Niederlande zurückkommt, dann weiß man, dass Großes drin ist", sagte Tibor Weißenborn, der nach dem Triumph seine Karriere in der Nationalmannschaft beendet.

"Diese Chance muss man ergreifen" sagte er weiter.

Spanien lange ohne Chance

Es dauerte länger als eine Viertelstunde, bis der Vize-Europameister erstmals überhaupt in die Nähe des deutschen Schusskreises kam. Da lag der Weltmeister schon 1:0 in Führung.

Nach einem Solo von Moritz Fürste über die rechte Seite gab es die zweite Strafecke. Zeller ließ sich die Chance diesmal nicht entgehen, nachdem sein erster Versuch in der fünften Minute noch abgeblockt worden war.

"Hey, Goldmedaille, hey", schallte es aus dem deutschen Fanblock der Freunde und Familienangehörigen.

Starke Leistung in der Abwehr

"Wir haben das Gefühl gehabt, dass wir als Team jeden schlagen können", sagte der erst 20 Jahre alte Hamburger Tobias Hauke, der wie Müller erst nach der WM in den Kader gekommen war.

"Deshalb wollten wir das Gold unbedingt, auch wenn es in der Vorrunde mal Zweifel gab", fügte er hinzu.

Auf dem Platz gab es kaum noch Zweifel. Voller Selbstvertrauen und mit einer erstklassigen Abwehrarbeit überstand die Mannschaft insgesamt souverän die spanischen Ausgleichsbemühungen. Das Gold ließ sich das Team nicht mehr nehmen.

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