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Klarer Fall von Top: Matthias Steiner, Goldmedaillengewinner im Gewichtheben © imago

Die Olympischen Spiele 2008 sind Geschichte. Sport1.de blickt auf 16 Tage voller Wettkämpfe und Emotionen zurück - die Tops und Flops.

Von Julian Meißner und Michael Schwarz

München/Peking - 302 Entscheidungen fielen in Peking, 302 Mal Gold, Silber und Bronze wurden vergeben.

Während die meisten Wettkämpfe und Siegerehrungen in der Erinnerung des Betrachters schnell verblassen werden, bleiben einige in langer Erinnerung.

Positiv wie negativ - die XXIX. Sommerspiele hinterlassen eine Flut von Eindrücken.

Sport1.de hat die Tops und Flops zusammengestellt:

TOPS

Die Rekord-Männer

Sprinter Usain Bolt und Schwimmer Michael Phelps: Beide wurden ihrer Favoritenrolle absolut gerecht und holten Gold am Fließband - natürlich mit Weltrekorden. Wer an Olympia 2008 denkt, muss sich zwangsläufig an Bolt und Phelps erinnern. Ob alles mit rechten Dingen zuging? Trotz Unschuldsvermutung lässt sich das Fragezeichen angesichts der Rekordflut nicht wegwischen.

Olympiasieger der Herzen

Wohl kein Goldmedaillengewinn ging den Deutschen so ans Herz wie der des Matthias Steiner im Gewichtheben: Nach einem dramatischen Finale flippte das Schwergewicht vor den Augen der Welt völlig aus - emotional und körperlich. Der gebürtige Österreicher hatte nach dem Tod seiner Frau 2007 und Streitigkeiten mit dem Verband der Alpenrepublik erst im Frühjahr die deutsche Nationalität angenommen.

Sensibelchen ganz locker

Britta Steffen nahm die gesammelten Hoffnungen der desolaten Schwimmer mit ins Finale über 100 Meter, holte Gold und gewann mit neuer Lockerheit dann auch die 50 Meter Freistil. Danach erklärte sie, alles sei eine Kopfsache. Genau an diesem Punkt waren ihre DSV-Kollegen vorher gescheitert. Doch schnell schwimmen muss man eben auch können.

Sieg auf Platz 16

Die Südafrikanerin Natalie du Toit bestritt als erste Beinamputierte einen Olympia-Wettkampf. Über die 10-km-Langstrecke erreichte die Schwimmerin sensationell den 16. Platz. "Jetzt wird erstmal mit Fast Food und Eiscreme gefeiert", erklärte die 24-Jährige, die ihr Bein vor sieben Jahren bei einem Verkehrsunfall verloren hatte. Bei den Paralympics geht sie in sechs Disziplinen an den Start.

Reife Medaillen

Die Edelmetall-Gewinnerinnen Oksana Chusovitina (33) für Deutschland im Turnen, Dara Torres (41) für die USA im Schwimmen und Josefa Idem (43) für Italien im Kanu bewiesen: Alter schützt vor Leistung nicht.

Deutsche Prominenz in China

Während sich Timo Boll in Deutschland weitgehend frei bewegen kann, löste seine Ankunft in China ein mittelschweres Chaos am Flughafen aus. Und Dirk Nowitzki war im olympischen Dorf wohl mit der gefragteste Partner für ein Erinnerungsfoto unter Athleten. Die angolanischen Handballerinnen standen sogar Schlange.

Weise zum Zweiten

2004 in Athen führte der heutige Hockey-Herren-Bundestrainer Markus Weise die Damen-Nationalmannschaft auf den Olymp. In Peking schaffte er es nun mit den Männern nach ganz oben. Prädikat: Goldschmied.

Shootingstars

Keiner hatte sie auf der Rechnung, am Ende standen sie ganz oben: Lena Schöneborn (Moderner Fünfkampf), Jan Frodeno (Triathlon), Ole Bischof (Judo) und Alexander Grimm (Kanu) holten als Außenseiter Gold für Deutschland.

Argentiniens "Junge Wilde"

Lionel Messi (21), Sergio Agüero (20) und Co. verteidigten Argentiniens Titel von Athen 2004 und schalteten auf dem Weg zu Gold im Halbfinale Erzrivalen Brasilien aus. Altersschnitt der "Gauchos": knapp 22 Jahre. Dabei hebt Routinier Juan Roman Riquelme, der am Sonntag seinen 30. Geburtstag feierte, den Wert noch deutlich.

Die Tennis-Giganten

Zum einen: Rafael Nadal. Der Spanier gewann Gold im Einzel krönte sich in Peking als neue Nummer eins der Welt auch zum König Olympias. Zum anderen: Roger Federer. Der zuletzt leidgeprüfte Schweizer tröstete sich nach dem Viertelfinal-Aus im Einzel gegen James Blake im Doppel. An der Seite Stanislas Wawrinkas holte er sich seine erste olympische Goldmedaille und freute sich danach unbändig.

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