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2005 erlitt Keller einen Bandscheibenvorfall und erklärte aus beruflichen Gründen seinen Rücktritt © getty

Florian Keller schreibt mit dem Olympiasieg der Hockey-Männer eine erfolgreiche Familien-Tradition fort. Die könnte so weitergehen.

Peking - Plötzlich stand Stephan Abel unter der Bierdusche.

Der stets elegant gekleidete Präsident des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) war im allgemeinen Freudentaumel nach dem Olympiasieg der Herrenmannschaft das Opfer von Stürmer Florian Keller.

Der 26-jährige Keller setzte mit der Goldmedaille in Peking die einmalige Familien-Tradition fort.

Drei Generationen, vier Goldmedaillen, fünf Hockeyspieler.

Erfolgreiche Familie

Silber gewann Opa Erwin 1936, Gold Vater Carsten 1972, Gold Halbbruder Andreas 1992, Gold Schwester Natascha 2004 und jetzt eben Florian.

Dabei war sein Weg alles andere als gradlinig.

"Flori" galt immer als größtes Talent, durchlief alle Jugendnationalmannschaften, oft als Jüngster.

Kellers früher Coup

Schon mit 17 wurde er 1999 Europameister bei den Großen.

Schnell, technisch stark und eiskalt im Abschluss.

Aber ein Spieler mit eigenem Kopf und nicht immer einfach zu führen.

Kein Comeback unter Peters

Unter Bernhard Peters, das sagt er ganz klar, hätte er sich nicht zum Comeback im Nationalteam entschlossen.

"Er ist sehr eigenwillig, aber kein Sonderling. Als Typ sehr gut für die Mannschaft", sagt Bundestrainer Markus Weise, "man muss auf sein Naturell eingehen, er muss seine Sachen machen können."

Der Trainer, die Aussicht auf Olympia und die Mannschaft hatten ihn überzeugt, Freizeit zu opfern und sich dem anspruchsvollen Programm zu stellen.

Unterstützung des Arbeitgebers

"Ich hätte ihn natürlich nicht nominiert, wenn er nicht fit wäre", sagte Weise.

Aber mit Hilfe seines Arbeitgebers, einer Versicherungsagentur, konnte Keller sich dem Stress unterziehen.

Ob das in Zukunft weiter möglich ist, bleibt noch zu klären.

Familienhistorie könnte weitergehen

Doch auch, wenn die 31 Jahre alte Natascha und Florian ihre Nationalmannschaft-Karrieren beenden sollten, muss einem um die Zukunft der Dynastie nicht bange sein.

Im Kader der männlichen U18-Nationalmannschaft steht Felix Wild, der 17 Jahre alte Sohn von Olympiasieger Andreas Keller.

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