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Ahlmann ist von Beruf Pferdewirt, seine Ausbildung machte er bei Paul Schockemöhle © imago

Christian Ahlmann will nach der positiven A-Probe bei seinem Wallach Cöster vor den CAS ziehen. Er fühlt sich unfair behandelt.

Marl - Christian Ahlmann geht nach dem Doping-Desaster von Hongkong in die Offensive.

Der weltweit gesperrte Springreiter räumt zwar mögliche Fehler ein, doch gegen Doping-Vorwürfe setzt er sich zur Wehr.

Er habe seinem Wallach Cöster nach einem Hexenschuss nur den Rücken massiert - das aber mit einer Salbe, die eine verbotene Substanz (Capsaicin) enthält.

"Falls ich einen Fehler gemacht habe, tut mir das aufrichtig leid", sagte der 33-Jährige am Sonntag auf einer Pressekonferenz in seinem Heimatort Marl.

Ahlmann will sich verteidigen

Ahlmann kämpft um seinen Ruf.

Die Ereignisse in Hongkong würden nicht nur ihm, sondern dem Pferdesport insgesamt schaden und damit auch seinen Mannschaftskameraden.

Das alles will er nicht hinnehmen, und deshalb zieht er vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS).

Sperre nimmt er nicht hin

Ahlmann will gegen die vom Reiter-Weltverband FEI mit sofortiger Wirkung verhängte weltweite Sperre vorgehen.

Er erachte es als unfair und gesetzeswidrig, einen Profireiter weltweit zu sperren, solange das Verfahren noch nicht abgeschlossen sei und viele offene Fragen unbeantwortet im Raum stünden.

"Ich werde deshalb den FEI-Entscheid beim CAS anfechten", sagte der 33-Jährige.

Cöster positiv getestet

Ahlmanns 15 Jahre alter Wallach Cöster war in Hongkong ebenso wie drei andere Pferde in der A-Probe positiv auf das verbotene Mittel Capsaicin getestet worden.

Der Reiter wurde darauf von den Spielen ausgeschlossen und flog umgehend nach Deutschland zurück.

"Ich bin aus allen Wolken gefallen und war erstmal sprachlos. Ich war total fertig und konnte keinen klaren Gedanken fassen", meinte er zur Flucht bei Nacht und Nebel.

B-Probe in einer Woche da

Am Freitag war in Hongkong auch die B-Probe geöffnet worden.

Das Ergebnis soll laut FEI innerhalb der nächsten sieben Tage vorliegen.

Ahlmann hat allerdings nur wenig Hoffnung: "Ich gehe davon aus, dass das Ergebnis der B-Probe gleich lauten wird."

"Ich war gutgläubig"

Er sei sich keines Fehlverhaltens bewusst, beteuert Ahlmann: "Ich war gutgläubig der Meinung, dass die Verwendung der Salbe keine unerlaubte Medikation darstellt."

Trotzdem habe der Weltverband eine weltweit wirkende Sperre gegen ihn verhängt.

Wie lange sie dauern soll, sei ihm nicht bekannt. Ahlmann: "Die FEI teilte nur mit, dass sie mindestens bis zum Abschluss des Verfahrens in Kraft bleibt, doch wann das Verfahren abgeschlossen wird, ist ja völlig offen. Ich bedaure den entstandenen Wirbel zutiefst."

Wallach erleidet Hexenschuss

Der Grund für die Verwendung der Salbe sei ein Hexenschuss bei Cöster gewesen, den der Wallach beim Turnier in Cannes erlitten habe.

Er musste deshalb tierärztlich behandelt werden und eine längere Wettkampfpause einlegen, berichtet Ahlmann.

"Seit diesem Vorfall haben wir Cöster täglich den Rücken mit der Salbe Equiblock massiert."

Capsaicin steht auf Dopingliste

Diese Salbe enthält den Pflanzenwirkstoff Capsaicin, das war Ahlmann von Experten auch mitgeteilt worden.

Da es im Handel frei erhältlich ist, sei er davon ausgegangen, dass es ein Pflegemittel ist und kein Medikament, dessen Anwendung man melden muss, meint der Springreiter.

"Das weitere Verfahren wird zeigen, ob meine Einschätzung richtig oder falsch war."

"Salbe nur zur Entspannung verwendet"

Die besagte Salbe fördert die Durchblutung und wirkt gegen Muskelverspannungen und -verhärtungen.

Wird sie allerdings oberhalb der Hufe aufgetragen, um die Beine der Pferde schmerzempfindlich zu machen, damit sie sie über den Hindernissen hochziehen, handelt es sich um Doping und nicht mehr um Medikation.

Das weiß Ahlmann, der versichert: "Ich kann nur sagen, dass wir die Beine von Cöster nie mit der Salbe massiert, sondern sie nur zur Entspannung der Rückenmuskulatur verwendet haben."

Salbe: Keine Bedenken

Bis zur Klärung der Sach- und Rechtslage werde er die Salbe allerdings nicht mehr verwenden.

Er habe sie auch schon vorher angewendet, und da sei die Probe negativ gewesen.

Ahlmann: "Deshalb hatte ich auch keine Bedenken oder den Gedanken, das als Mediaktion anzugeben."

Drei weitere Reiter suspendiert

Neben Ahlmann waren drei weitere Reiter in Hongkong suspendiert worden, nachdem bei ihren Pferden ebenfalls jeweils in der A-Probe Rückstände des verbotenen Wirkstoffes Capsaicin festgestellt worden waren.

Es handelte sich um den Brasilianer Bernardo Alves mit seinem Pferd Chupa Chup, Denis Lynch (Irland) mit Latinus und Tony Andre Hansen (Norwegen) mit Camiro.

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