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Stefan Schumacher holte 2007 in Stuttgart WM-Bronze im Straßenrennen © getty

Bei Stefan Schumacher wurde wie beim Silber-Gewinner Rebellin CERA nachgewiesen. Weitere Proben aus Peking sollen positiv sein.

Frankfurt/Main - Radprofi Stefan Schumacher ist bei den Nachkontrollen der Olympischen Spiele von Peking positiv auf den EPO-Nachfolger CERA getestet worden.

"Der BDR hat Unterlagen über eine positive Nachkontrolle auf Dopingmittel an den Sportler Stefan Schumacher weitergeleitet. Es ist nun seine Sache, eine Öffnung der B-Probe zu verlangen oder darauf zu verzichten", teilte der Verband mit.

Schumacher war bereits im Oktober in Nachuntersuchungen der Proben von der Tour de France in der A-Probe des Cera-Dopings überführt worden. Die B-Probe wurde bisher noch nicht geöffnet, Schumacher dennoch vom Weltverband UCI für zwei Jahre gesperrt. Schumacher hatte jegliches Doping stets bestritten.

Rebellin ebenfalls überführt

Ebenfalls am Mittwoch hat Italiens Nationales Olympisches Komitee CONI offiziell bestätigt, dass Schumachers früherer Teamkollege bei Gerolsteiner, Davide Rebellin, positiv auf CERA getestet worden ist.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte am Dienstag mitgeteilt, dass bei den Nachtests sechs Sportler in sieben Proben positiv getestet worden seien. In allen Fällen wurde CERA nachgewiesen. (Rebellin in Peking gedopt?)

Rebellin hat den Antrag auf Öffnung der B-Probe offenbar bereits abgeschickt.

Selina mahnt zur Ruhe

"Davide hat nichts getan. Wir haben die Öffnung der B-Probe bereits beantragt. Wir werden bis zuletzt weitermachen. Wir müssen angesichts dieser unglaublichen Entwicklung nun vor allem die Ruhe bewahren", sagte seine Ehefrau Selina der italienischen Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport".

Davide Rebellin hatte in Peking die Silbermedaille im Straßenrennen gewonnen - vor dem Schweizer Fabian Cancellara und dem Russen Alexander Kolobnew.

Der 37 Jahre alte Italiener Rebellin war von 2002 bis 2008 für das Team Gerolsteiner gefahren und gehörte zu den Leistungsträgern im Team.

Auch ein Gewichtheber verdächtig

Am Mittwoch vergangener Woche hatte Rebellin, der inzwischen für das italienische Serramenti-Team fährt, den Fleche Wallonne gewonnen und anschließend bei Lüttich-Bastogne-Lüttich den zweiten Platz belegt.

Die anderen positiven Proben stammen der Agentur "AP" zufolge von einem einem Gewichtheber und drei Leichtathleten.

Ramzi mit CERA zu 1500-m-Gold

Einer davon ist der 1500-m-Olympiasieger Rashid Ramzi aus Bahrain. Der Doppel-Weltmeister von 2005 wurde ebenfalls positiv auf das EPO-Präparat CERA getestet, gab das Nationale Olympische Komitee des Königreichs am Mittwoch bekannt.

Der 28-Jährige ist gebürtiger Marokkaner, startet aber seit 2002 für Bahrain, nachdem er gemeinsam mit drei Landsleuten sein Heimatland verlassen hatte.

Tsoumeleka schon gesperrt

Bei den anderen beiden handelt es sich nach Informationen der Nachrichtenagentur "AFP" um die griechische Geherin Athanasia Tsoumeleka und die kroatische 800-m-Läuferin Vanja Perisic.

Tsoumeleka hatte bei den Olympischen Spielen 2004 Gold über 20-km-Gehen gewonnen, 2008 in Peking wurde die 27-Jährige Neunte. Im Januar hatte Tsoumeleka bereits ihre Karriere beendet, nachdem sie des Epo-Dopings überführt und vom griechischen Verband gesperrt worden war.

Die 23 Jahre alte Perisic war in ihrem Vorlauf über 800 m Sechste geworden und damit ausgeschieden.

Contreras ebenfals gedopt

Am Mittwochabend bestätigte das Nationale Olympische Komitee der Dominikanischen Republik, dass die Gewichtheberin Yuldelquis Contreras ebenfalls positiv getestet wurde.

Die 23-Jährige wurde in Peking Fünfte der Klasse bis 53 kg.

Das IOC hatte 847 Dopingproben auf CERA und 101 auf Insulin nachkontrolliert. Insgesamt gab es bei den Sommerspielen zehn Dopingfälle bei Athleten, hinzu kamen bei den Reiterspielen in Hongkong sechs Medikationsfälle bei Pferden.

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