Ein von der britischen Polizei im Mai festgenommener Terrorverdächtiger ist nach Medienberichten im April und Mai mindestens fünfmal unbehelligt mit dem Zug durch den Londoner Olympiapark gefahren.

Der 24-jährige Mann aus Somalia, den die britische Justiz der Al Kaida nahestehenden al-Schabab-Miliz zuordnet, trug zum Zeitpunkt seiner Verhaftung eine elektronische Fußfessel, die es den Behörden möglich machte, jeden seiner Schritte zu verfolgen.

Mit der Fahrt durch den Olympiapark in Stratford im Londoner Osten hatte der als "CF" bezeichnete Mann mehrfach gegen seine Bewährungsauflagen und die auferlegten Reisebeschränkungen verstoßen.

"CF" war im März 2011 aus seinem Heimatland Somalia nach London zurückgekehrt, nachdem er angeblich versucht hatte, in einem afghanischen Terrorcamp unterzukommen. In London wurde er wegen diverser Straftaten verhaftet und nach zwei Monaten versehen mit einer elektronischen Fußfessel auf Bewährung entlassen.

Die Familie von "CF" lebt im Norden London, er selbst wurde von den Londoner Sicherheitskräften nach Norwich im Osten Englands abgeschoben.

"CF" ist einer von neun Terrorverdächtigen, die in Großbritannien als Risiko für die nationale Sicherheit gelten. Die Abteilung für Terrorismus-Vorbeugung und Investigative Maßnahmen (TPIM) kontrolliert bei diesen neun Personen ständig ihren Radius, ihre Kontakte sowie den Gebrauch von Telefon und Computer.

Das britische Innenministerium ordnet "CF" der islamistischen Extremisten-Szene zu. "Wenn er nicht der Kontrolle des TPIM unterläge, wäre er längst wieder in terroristischen Kreisen aktiv", sagte Innenministerin Theresa May. Es könne keine Rede davon sein, dass er sich vom Terrorismus losgesagt habe. Der Mann sitzt seit Ende Mai wieder hinter Gittern. Ihm wird wegen mehrfachen Verstoßes gegen die Bewährungsauflagen Ende Juli erneut der Prozess gemacht.

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