Zwei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in London muss ausgerechnet das Sicherheitskonzept überarbeitet werden.
Weil bei der größten Sicherheitsoperation seit dem Zweiten Weltkrieg die private Sicherheitsfirma G4S trotz einer Rechnung über 300 Millionen Pfund nicht genug qualifizierte Mitarbeiter stellen kann, rückt das britische Militär aus.
Weitere 3500 Soldaten sollen die Lücken schließen, ihnen wurde der Urlaub gestrichen. Damit werden insgesamt 17.000 Mitglieder der Army, Navy und Air Force rund um die Sommerspiele im Einsatz sein - also sogar mehr als derzeit in Afghanistan.
In den britischen Medien nannten Vertreter der Marines die bevorstehenden Aufgaben wie beispielsweise Taschenkontrollen "erniedrigend".
Neben den Soldaten sind mehr als 30.000 weitere Personen für die Sicherheit im Einsatz. Die Polizei stellt 12.500 Beamte für Olympia ab, der britische Geheimdienst MI5 nochmals 3800 Agenten.
Seitens privater Sicherheitsdienste sind 16.000 Mitarbeiter in der Themse-Metropole vor Ort. Insgesamt investiert die britische Regierung umgerechnet 662 Millionen Euro in die Terror- und Gefahrenabwehr bei Olympia. Am Freitag bezog das größte Schiff der britischen Kriegsmarine, der Hubschrauberträger HMS Ocean, auf der Themse vor Greenwich Stellung.
Innenministerin Theresa May wies im Unterhaus Bedenken wegen der kurzfristig notwendig werdenden Umbesetzungen an zahlreichen Kontrollpunkten zurück: "Ich wiederhole ausdrücklich, dass in Fragen der Sicherheit bei Olympia keine Kompromisse eingegangen werden", sagte das Kabinettsmitglied.
Mays Erklärung fiel zusammen mit der Veröffentlichung eines Berichts des britischen Geheimdienst-Ausschusses.
Das Komitee lobte zwar grundsätzlich die gemeinsamen Anstrengungen der Dienste MI5 (nationale Aufklärung), MI6 (international) und GCHQ (elektronische Ausspähung) zur Gewährleistung der Sicherheit bei den Sommerspielen, mahnte allerdings auch "Risiken in manchen Bereichen" und die "Verletzlichkeit des Vereinigten Königreiches in dieser kritischen Phase" an.
Die Sicherheitsfirma G4S, die sich selbst als "weltweit führender Anbieter" preist, hätte ursprünglich 10.400 Mitarbeiter stellen sollen. Allerdings sah sich die Firma angeblich nicht in der Lage, rechtzeitig ausreichend geschultes Personal aufzutreiben.
Das Eingeständnis kommt reichlich spät und sorgte für entsprechend heftige Kritik. "G4S hat das Land im Stich gelassen. Wir mussten sprichwörtlich die Truppen entsenden", sagte Keith Vaz von der Labour Party.

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