Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sieht den vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als Ziel ausgegebenen fünften Platz im Medaillenspiegel der Sommerspiele in London als ambitioniertes Vorhaben an.

"Das ist ein gutes Ziel, ein nicht unrealistisches, aber durchaus ehrgeiziges Ziel", sagte der CSU-Politiker im Interview:

"Immer mehr Nationen erringen in der Breite Medaillen, dadurch wird es an der Spitze des Medaillenspiegels sehr eng. In Sydney betrug der Unterschied zwischen Platz fünf und Platz neun zwei Goldmedaillen. Da ist man schnell in der Gesamtwertung um einige Plätze nach hinten gefallen."

Gleichzeitig schloss der 55-Jährige nicht aus, dass Sportarten, die in London nicht so erfolgreich wie erwartet abschneiden, mit Einschnitten rechnen müssen.

"Die Medaillenwertung ist nicht alles. Aber natürlich schauen wir uns gemeinsam mit den Sportverbänden an, wie das Geld, das wir zur Verfügung haben, möglichst effizient eingesetzt werden kann", sagte Friedrich:

"Selbstverständlich wird das Geld in Bereichen, wo es Möglichkeiten für besondere Spitzenleistungen der Deutschen gibt, eher ausgegeben als in anderen Bereichen."

Ausdrücklich nahm er auch die Mannschaftssportarten nicht aus, in denen aus deutscher Sicht nur die beiden Hockeyteams und die Volleyballer in London dabei sind.

"Ein wenig enttäuschend ist es schon. Ob die Verbände daneben auch mit Konsequenzen bei der Förderung zu rechnen haben, wird man sich im Einzelfall anschauen müssen. Da wird es eine kritische Bestandsaufnahme geben", betonte Friedrich.

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