Thomas Bach spricht sich wie IOC-Präsident Jacques Rogge gegen eine Schweigeminute im Gedenken an die Opfer des Olympia-Attentats von 1972 in München aus.
Der Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) sagte, diesem Anlass würden eine feierliche Zeremonie in London und zwei Gedenkveranstaltungen in Deutschland gewidmet.
Im Gespräch mit der Deutschen Welle drückte Bach sogar die Befürchtung aus, eine Schweigeminute während der Eröffnungsfeier könne zu einem Boykott der Zeremonie durch die arabischen Staaten führen.
Bach meinte zum Plädoyer von Bundesaußenminister Guido Westerwelle für eine Schweigeminute am 27. Juli, dieses Thema lasse sich nicht auf eine solche Geste bei der Eröffnungsfeier verengen:
"Es geht darum, dass der Opfer würdig und angemessen gedacht wird. In Übereinstimmung mit dem Nationalen Olympischen Komitee von Israel ist das IOC zu der Überzeugung gelangt, dass dies am besten in einer ausschließlich den Opfern des Attentats von 1972 gewidmeten feierlichen Zeremonie am 6. August in London geschieht."
Bach weiter:
"Wir als DOSB haben am 5. September in Deutschland zwei Gedenkveranstaltungen, eine Kranzniederlegung am Ort der Geiselnahme in München und eine Gedenkfeier in Fürstenfeldbruck, am Ort der Ermordung der Geiseln und des Polizeibeamten. Darüber hinaus wirken wir in partnerschaftlicher Abstimmung mit dem israelischen NOK an zwei weiteren Gedenkveranstaltungen in Israel mit."
Im Interview der "Deutschen Welle" sagte Bach, das Nein zu einem Gedenken bei der Eröffnungsfeier sei auch in der Haltung arabischer Staaten begründet. Ein Boykott der Spiele durch diese Staaten "könnte eine Auswirkung sein nach Ansicht vieler".

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