Judoka Wojdan Shaherkani droht möglicherweise schon vor ihrem historischen Auftritt als erste saudi-arabische Sportlerin bei Olympia großer Ärger.

Wie der Präsident des Internationalen Judo-Verbandes (IJF), Marius Vizer, am Donnerstag mitteilte, wird die Schwergewichtlerin am Freitag kommender Woche offenbar ohne die traditionelle islamische Kopfbedeckung Hidschab antreten. "Sie kämpft gemäß den Prinzipien und des Geistes des Judosports, also ohne den Hidschab", sagte der IJF-Chef.

Ob diese Entscheidung mit dem Nationalen Olympischen Komitee von Saudi-Arabien abgesprochen wurde, ist nicht bekannt. In Saudi-Arabien ist das Tragen des Hidschab Pflicht, Zuwiderhandlungen werden bestraft.

Wojdan Shaherkani ist eine von zwei saudischen Frauen, die bei Olympia in London an den Start gehen. Die zweite Sportlerin ist die 800-m-Läuferin Sarah Attar. Das extrem konservative Königreich hatte als letzte Nation Sportlerinnen im olympischen Aufgebot zugelassen und war damit Katar und Brunei gefolgt. Die Nominierungen waren das Ergebnis intensiver Verhandlungen zwischen dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und dem saudischen Olympia-Komitee.

Allerdings sind die Voraussetzungen, unter denen die saudischen Frauen in London an den Start gehen, weiterhin umstritten. Laut Auflagen des Verbandes dürfen sie sich nicht mit fremden Männern umgeben, müssen von einem männlichen Vormund begleitet werden und "angemessene" Kleidung tragen. Dazu gehört eigentlich auch das Tragen eines Hidschab.

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