In China gab es in den 1980er Jahren angeblich systematisches Staatsdoping. Das berichtet Xue Yinxian, die ehemalige Chefmedizinerin der chinesischen Turnerinnen, in einem Interview mit der australischen Tageszeitung "Sydney Morning Herald".

"In den 1980ern grassierte es. Man hatte es zu akzeptieren", sagte Xue. Athleten sei nicht gesagt worden, was ihnen verabreicht wurde. Trainer und Betreuer, die sich dem System widersetzten, seien "an den Rand gedrängt" worden.

Xue widersprach außerdem der offiziellen Darstellung der chinesischen Führung, dass für die zahlreichen Dopingfälle in den 90er Jahren ausschließlich die Sportler selbst verantwortlich gewesen sein sollen. Sie berichtete, dass ein hochrangiger Sportfunktionär bei einem Treffen im Oktober 1978 mitgeteilt habe, dass leistungssteigernde Mittel schlicht und ergreifend neue Dinge seien, die genutzt werden sollten.

"Er nannte das Beispiel, wie eine Frau während ihrer Periode Tampons benutzen und das Training fortsetzen könnte. Und so war es mit menschlichen Wachstumshormonen, die er als eine wissenschaftliche Trainingsmethode beschrieb", sagte Xue: "Wer das ablehnte, wurde kritisiert oder bestraft."

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