Gymnastik-Queen Jewgenija Kanajewa hat in London Sportgeschichte geschrieben:
Als erste Athletin überhaupt konnte die 22 Jahre alte Russin ihren Olympiasieg in der Einzel-Konkurrenz wiederholen. Vier Jahre nach ihrem Triumph in Peking war die dreimalige Weltmeisterin erneut eine Klasse für sich.
Lautstark gefeiert von rund 500 russischen Fans in der mit 6500 Zuschauern ausverkauften Wembley-Arena, landete Kanajewa einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg.
Sie übernahm schon nach dem ersten Durchgang klar die Führung und baute ihren Vorsprung konsequent aus. Mit drei von vier Handgeräten erzielte Kanajewa die höchste Punktzahl und kam auf insgesamt 116,900 Zähler.
Nicht einmal Teamkollegin Darja Dimitrijewa, die in der Qualifikation noch an Kanajewas Thron gerüttelt hatte, konnte der alten und neuen Olympiasiegerin im Finale Paroli bieten.
Mit 114, 500 Punkten reichte es aber für sie zu einer ungefährdeten Silbermedaille. Nach spannendem Kampf wurde Ljubow Tscharkaschina aus Weißrussland (111,700) Dritte.
Russland baute durch Gold und Silber für Kanajewa und Dimitrijewa seine Position als führende Nation in dieser seit 1984 olympischen Sportart weiter aus.
Es war der vierte Einzel-Triumph für Russland in Serie, zum zweiten Mal nach 2004 in Athen belegte man die ersten beiden Plätze.
Nur noch als Zuschauerin verfolgte Jana Berezko-Marggrander den Wettbewerb. Die 16-Jährige vom TSV Schmiden war in der Vorrunde nicht über Rang 17 hinausgekommen und hatte damit das Finale verpasst.
"Aber ich will auf jeden Fall bis Rio weitermachen und hart trainieren", sagte die gebürtige Russin, jüngste Teilnehmerin im 24-köpfigen Starterfeld, nach ihrem Ausscheiden.
Die olympischen Gymnastik-Wettbewerbe werden am Sonntag mit der Gruppen-Entscheidung abgeschlossen.
Das Quintett des Deutschen Turner-Bundes war im Vorkampf nicht über den zehnten Platz hinausgekommen und hatte damit die Qualifikation für die Medaillenentscheidung verpasst.

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