Nationenpreisreiter Holger Wulschner hat die Medienberichterstattung zum Olympia-Aus der deutschen Springreiter in London kritisiert. "So schlecht, wie die Medien die Reiter gemacht haben, waren sie nicht", sagte der 48-Jährige der "Märkischen Oderzeitung".
Bei den Springreitern sei vor Olympia eine ganze Mannschaft ausgefallen. "Und dafür haben sie sich gut aus der Affäre gezogen", so Wulschner. Die Equipe war in London überraschend nach dem ersten Umlauf ausgeschieden und hatte das Finale im Nationenpreis verpasst.
In den Medien sei mit "zweierlei Maß" gemessen worden, ärgerte sich Wulschner. Der Mecklenburger erinnerte daran, dass das halbe Team von Saudi-Arabien, das in London Bronze holte, Anfang des Jahres noch wegen Dopings gesperrt worden sei. "Irgendwie verschwanden die Sperren, doch keiner sagte etwas dazu."
Der deutsche Reiter Christian Ahlmann indes sei nach seinem Dopingfall vom eigenen Verband "mehr bestraft worden als jeder andere. Er wurde behandelt wie ein Massenmörder. Ich hätte in seiner Situation hingeschmissen", sagte Wulschner. Ahlmann wurde für zwei Jahre gesperrt, ging in London aber wieder an den Start. Allerdings schied der Ex-Europameister frühzeitig aus.
Trotz den unglücklichen Verlaufs ohne Medaillengewinn wünschte sich Wulschner den Verbleib von Bundestrainer Otto Becker, der seine Zukunft nach der Misere offen gelassen hatte. "Wir haben mit Otto Becker und Heinrich-Hermann Engemann die besten Bundestrainer, die wir je hatten."

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