Die Fürsprecher für eine Rückkehr von Ruderin Nadja Drygalla in die nationale Sportförderung werden immer zahlreicher.
Nach Ruderpräsident Siegfried Kaidel hat sich nun auch Präsident Wolfgang Remer vom Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern für eine Aufnahme der 23-Jährigen in das Sportförderprogramm der Bundeswehr stark gemacht.
"Man sollte ihr eine zweite Chance geben. Von unserer Seite ist viel verkehrt gemacht worden. Auch vonseiten des DOSB und der Medien. Jetzt sollte sie sich in Ruhe auf die nächsten Europa- und Weltmeisterschaften und vielleicht auf die nächsten Olympischen Spiele vorbereiten können", sagte Remer dem "ARD-Morgenmagazin".
Drygalla war nach ihrem Olympia-Einsatz im deutschen Ruderachter vorzeitig aus London abgereist.
Kurz zuvor hatte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit der Rostockerin ein Gespräch über ihren Lebensgefährten geführt, der der rechten Szene angehört hatte.
DOSB-Chef Thomas Bach war verärgert, dass sein Dachverband erst so spät Wind von der Sache bekam und sprach von einem "inakzeptablen Verhalten".
Die Chancen für eine Rückkehr Drygallas in die Förderung sind nicht schlecht. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maiziere hatte bereits Verständnis für die Athletin geäußert.
Seine Behörde führt derzeit Gespräche mit Drygallas Anwalt über eine Aufnahme. Die Rostockerin hatte auf eigenen Wunsch im September vergangenen Jahres ihre Ausbildung bei der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern beendet, sich aber auch vom rechten Gedankengut offiziell distanziert.
Die kritische Berichterstattung in den vergangenen Wochen über den Fall der jungen Ruderin hat Remer nicht immer gefallen.
"Es klingt sehr nach Sippenhaft, was hier gemacht wurde. Der Junge, ihr Freund, gehörte der rechten Szene an. Nadja nicht. Und sie muss dafür büßen. Irgendwie finde ich das Ganze nicht konsequent."

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