Nach dem mageren Abschneiden der deutschen Sportler bei den Olympischen Spielen in London mit elf Goldmedaillen haben die sportpolitischen Sprecherinnen der Grünen den Beginn einer Strukturdebatte für den Sport gefordert.
Die Veröffentlichung der Zielvereinbarungen habe gezeigt, dass die Spitzenförderung in Deutschland auf völlig unrealistischen Medaillenzielen aufgebaut waren, hieß es.
"Errungene Goldmedaillen dürfen nicht mehr alleiniges Förderkriterium sein. Dieser Maßstab ist veraltet und letztlich wertlos", erklärten Viola von Cramon und Katja Dörner von Bündnis 90/Die Grünen.
Die Konkurrenz zwischen einzelnen Staaten in Gold bei Olympischen Spielen zu messen und im Zweifel den Medaillenspiegel aufzuhübschen, sei ein überkommenes Denken aus dem Kalten Krieg und sage wenig über die gesellschaftliche Wirkung des Sports aus.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) habe zum Teil das Problem erkannt. Er setze sich mit dem Thema der Zielvereinbarungen auseinander.
Allerdings stelle die vorgeschlagene Umbenennung der Zielvereinbarungen in "Fördervereinbarungen" nicht die Lösung des Problems dar.
"Denn so entsteht der Eindruck, dass der organisierte Sport künftig über die Höhe der Sportförderung aus Steuergeldern bestimmt", betonten die Politikerinnen.
Wichtig sei es, eine generelle Strukturreform zu führen. Die Probleme seien bekannt. In vielen Disziplinen fehle der Nachwuchs, Trainer wanderten ab. Athleten, Trainer sowie Verbandsobere wünschten sich eine Flexibilisierung der Förderung.
"Diese Debatte sollte gemeinsam mit den Beteiligten möglichst umgehend geführt werden, damit Nachhaltigkeit und Transparenz endlich auch in der Sportförderung Einzug halten", meinten Von Cramon und Dörner.

Lawrence Okoye wird Footballspieler: Der britische Modellathlet erhält bei den San Francisco 49ers einen Dreijahresvertrag. Der Head Coach des Vizemeisters schwärmt. Sportler auf Abwegen.