Der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit und die zweifache Fecht-Europameisterin Imke Duplitzer fordern im ihrer Meinung nach unbefriedigenden Dialog zwischen Funktionären und Sportlern einen runden Tisch des Sports.
"Das ist eine absolut notwendige Veranstaltung, damit die Athleten artikulieren können, was ihnen an der Organisation des Sports nicht gefällt", sagte Cohn-Bendit, Präsident des Grünen-Fraktion im Europa-Parlament: "Dem deutschen Sport muss mal so richtig auf den Zahn gefühlt werden."
Er stünde als Mediator einer solchen Runde gerne zur Verfügung: "Wenn man mich fragt, natürlich."
Auch Duplitzer, die im Vorfeld der Olympischen Spiele in London mit ihrer Kritik am Leistungssportsystem in Deutschland für Aufsehen gesorgt hatte, plädiert für eine öffentliche Diskussion: "Damit die Athleten endlich mal direkt angehört werden und nicht wie üblich alles in den Verbänden versickert."
Cohn-Bendit übt vor allem Kritik an seinem Partei-Kollegen Michael Vesper, der in seiner Funktion als Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) beharrlich nur die Position des Verbandes vertrete: "Er besitzt keine Sensibilität für das, was die Sportler sagen, von ihm kommen nur vorgestanzte Formulierungen."
"Unmöglich" nennt Cohn-Bendit außerdem das Verhalten des DOSB im Fall der Ruderin Nadja Drygalla, der nach Bekanntwerden ihrer Beziehung zu einem ehemaligen NPD-Mitglied die Abreise von den Olympischen Spielen in London nahegelegt worden war.
"Der Dachverband kennt die politische Orientierung seiner Sportler nicht und wünscht keine politische Artikulation", sagte der 67-Jährige: "Das hat Nadja Drygalla befolgt, sie hat sich in keinster Weise politisch geäußert oder in irgendeiner Form rechtes Gedankengut verbreitet. Dennoch schickt man sie nach Hause, das ist mehr als fragwürdig."

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