Finanzspritze oder Leistungseinbruch: Der deutsche Sport verfehlt laut Thomas Bach bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro sein gesetztes Ziel, wenn er binnen der nächsten vier Jahre nicht um zusätzliche 25 Millionen Euro mehr an Förderung erhält.

Dieser Bedarf sei "eher bescheiden" formuliert, betonte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Samstag bei der Mitgliederversammlung in Stuttgart. Bach forderte Optimierung im Bereich Trainer, Sportwissenschaft und Sportpsychologie.

Die Finanzsituaton der Vereinigung von fast 28 Millionen Mitgliedern in 91.000 Vereinen ist auch deswegen prekär, weil der DOSB 2012 eine rote Zahl in seiner Bilanz schreiben wird.

Laut Schatzmeister Hans-Peter Krämer ist dies vor allem Folge davon, dass die Glücksspirale statt kalkulierter 6,0 nur 4,5 Mio. Einnahmen brachte. 2011 hatte der DOSB noch ein Plus von 409.000 Euro verzeichnet.

Auch vor diesem Hintergrund lehnte das 459-köpfige Plenum bei nur elf Ja-Stimmen den Antrag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) ab, dass der DOSB aus seinen Rücklagen von fast fünf Millionen Euro das sich abzeichnende Minus der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA (500.000 Euro) übernimmt.

Bachs Antrag auf Mehrbedarf bis Rio an das Bundesministerium des Inneren (BMI) scheint in der Tat nicht überzogen, denn er entspricht nur einer Mittelsteigerung um etwa fünf Prozent.

Für 2013 hatte das BMI dem DOSB 132 Millionen für den Leistungssport zugesagt, erhöhte diese Summe zuletzt auf 135. Gemessen daran wären es in den vier Jahren bis Rio 540 Millionen.

Laut DOSB-Vizepräsidentin Christa Thiel entsteht der Mehrbedarf vor allem deswegen, weil neue Sportarten im olympischen Programm stehen - vor allem im Winter - und sich andere verändert haben.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel