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Der Berliner Bundestagsabgeordnete und CDU/CSU-Obmann im Sportausschuss, Frank Steffel, steht einer Olympiabewerbung der deutschen Hauptstadt für das Jahr 2024 äußerst kritisch gegenüber.

"Statt eines gut vorbereiteten Gesamtkonzepts für 2028 oder 2032 erwartet der DOSB eine überhastete Bewerbung für die Sommerspiele 2024. Statt Voraussetzungen zu definieren und eine Stadt im nationalen Interesse zu bitten, die deutsche Bewerberstadt zu werden, liefern sich Hamburg und Berlin ein politisches Schaulaufen", schrieb Steffel, Präsident des DKB Handball-Bundesligisten Füchse Berlin, in einem Beitrag für den "Tagesspiegel".

Ein nachhaltiges Konzept und eine begeisternde Vision, um die Menschen zu überzeugen und für das Großprojekt Olympia zu gewinnen, seien "weit und breit nicht zu erkennen", erklärte Steffel weiter. Zudem seien tiefgreifenden Reformen und neue Vergabekriterien im IOC für eine Zustimmung der Bevölkerung unverzichtbar.

Generell sieht Steffel in einer Olympiabewerbung Berlins aber große Chancen. "Die Bewerbung muss für eine Wende der olympischen Entwicklung stehen. Wir sind der wirtschaftliche, demokratische und moralische Gegenentwurf zu Sotschi, Peking und Katar", sagte er:

"Nach 'arm, aber sexy', Flughafen-Desaster und Konzeptlosigkeit bei der Nutzung des Tempelhofer Feldes braucht Berlin eine verbindende Idee - einen neuen Aufbruch. Das könnten Olympische Spiele sein."

Die beiden möglichen Bewerberstädte Hamburg und Berlin müssen bis zum 31. August einen Fragenkatalog des DOSB über die jeweiligen Rahmenbedingungen beantworten. Das weitere Vorgehen ist davon abhängig, für welches Jahr Deutschland sich bewerben will.

Sollte eine Bewerbung schon für 2024 abgegeben werden, müsste bereits im Herbst entschieden werden, welcher Vorschlag der Mitgliederversammlung des DOSB am 6. Dezember 2014 in Dresden zur Entscheidung vorgelegt wird.

Die endgültige Bewerbung müsste dann im Herbst 2015 beim IOC eingereicht werden. Sollte man sich darauf verständigen, erst für 2028 eine deutsche Bewerbung ins Rennen zu schicken, hätte man bei der Benennung des Kandidaten mehr Zeit.

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