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Erste Olympia-Teilnahme: Nowitzki kullerten die Tränen © imago

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft bezwingt durch eine hervorragende Teamleistung beim Olympia-Qualifikationsturnier Puerto Rico. Für Dirk Nowitzki und Co. wird der Traum von Peking Wirklichkeit.

Athen - Als sein großer Olympia-Traum endlich wahr geworden war, saß Dirk Nowitzki völlig überwältigt in der Kabine und weinte.

Nicht mal ein Interview konnte er lange Zeit geben, viel zu groß war die Freude des besten deutschen Basketballers über seine erste Qualifikation für Olympische Sommerspiele.

Mit 32 Punkten hatte er sein Team zuvor im alles entscheidenden Spiel zum 96:82 (48:39) gegen Puerto Rico geführt.

Damit nehmen die deutschen "Riesen" zum insgesamt fünften Mal und erstmals seit 1992 in Barcelona an Olympischen Spielen teil.

Dort treffen sie allerdings in einer Hammergruppe unter anderem auf die NBA-Stars aus den USA, Weltmeister Spanien und Gastgeber China.

"Ich kann es gar nicht richtig realisieren"

Übergossen mit Sekt und immer noch völlig aufgewühlt trat Nowitzki schließlich dann doch noch vor die Mikrofone.

"Ich kann das noch gar nicht so richtig realisieren. Wir hatten eine Menge Druck und es ist ein unbeschreibliches Gefühl, dass wir es nach all den Jahren mit viel Schweiß endlich geschafft haben", meinte der 30-Jährige:

"Jetzt werden wir das erstmal genießen und uns dann mit den Aufgaben bei Olympia beschäftigen."

Freudentänze vor der Schlusssirene

Schon Sekunden vor der Schlusssirene feierten die Korbjäger um den NBA-Star der Dallas Mavericks den Triumph in der Athener Olympiahalle mit Freudentänzen.

Spielern und Funktionären fiel nach einem nervenaufreibenden Qualifikations-Marathon eine Zentnerlast von der Seele. Besonders Nowitzki, zugleich bester Werfer im gesamten Turnier, war die Erleichterung nach der geglückten Olympia-Teilnahme im dritten Anlauf ins Gesicht geschrieben.

Bauermann "furchtbar stolz auf die Jungs"

"Ich bin furchtbar stolz auf die Jungs. Das war eine Leistung des Herzens", sagte Bundestrainer Dirk Bauermann und sprach von einem "großen Sieg" für den deutschen Basketball.

"Wir wollten nicht die einzige große deutsche Ballsportart sein, die nicht nach Peking fährt. Die Party jetzt wird unglaublich sein, eine der schönsten, die die Jungs je gehabt haben."

Fünfte Olympia-Teilnahme

Neben der Bauermann-Mannschaft werden Kroatien nach dem 76:70 im Halbfinale gegen Deutschland, Griechenland sowie der bereits zuvor qualifizierte Weltmeister Spanien, Vize-Europameister Russland und der EM-Dritte Litauen Europa bei Olympia vertreten.

Für die DBB-Auswahl ist es die dritte sportliche Qualifikation nach 1984 und 1992. Als Olympia-Gastgeber war sie 1936 und 1972 gesetzt.

Nervöser Beginn des DBB-Teams

Das große Ziel vor Augen, begannen Nowitzki und Co. im Spiel um Platz drei nervös.

Am Samstag hatten sie gegen Kroatien noch den ersten "Matchball" für Peking vergeben. Im ersten Viertel gestatteten sie den Südamerikanern nie mehr als fünf Punkte Vorsprung.

In der 9. Minute gelang dem DBB-Team die erstmalige Führung (22:21), obwohl Puerto Ricos 2,20-m-"Riese" Peter John Ramos in Offensive und Defensive anfangs arge Probleme bereitete.

Führung zur Pause

Bei wechselnder Führung gelang es zunächst auch im zweiten Spielabschnitt keiner der beiden Mannschaften, sich deutlicher abzusetzen.

Nowitzki und sein vor dem Turnier eingebürgerter NBA-Kollege Chris Kaman von den Los Angeles Clippers legten schließlich den Grundstein zur Neun-Punkte-Führung bis zum Wechsel.

Allerdings ging der 26 Jahre alte Kaman, der erneut mit seiner Reboundstärke (insgesamt 12) überzeugen konnte, mit drei Fouls belastet in die zweite Halbzeit.

Starke Quote aus der Distanz

Im dritten Viertel versuchte es die deutsche Mannschaft verstärkt mit ihren Distanzschützen über die Außenpositionen.

Mit Erfolg: Demond Greene und Robert Garrett sorgten mit ihren Dreiern für eine 70:54-Führung (29.). Bis zum Schlussabschnitt konnte die DBB-Auswahl den Gegner mit einer guten Verteidigung und taktischer Disziplin auf Distanz halten und anschließend die Führung sogar auf zwischenzeitlich 21 Punkte (79:58) ausbauen.

Hamannn und Greene überzeugen

Als die Konzentration nachließ, verkürzte Puerto Rico mit Distanzwürfen.

Doch in den Schlussminuten bewies das deutsche Nationateam, in dem neben Nowitzki Steffen Hamann (19) und Greene (15) die besten Werfer waren, Nervenstärke und brachte den Sieg ins Ziel.

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