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Dirk Nowitzki machte gegen Spanien nur elf Punkte © getty

Schicksalsspiel für die deutschen Basketballer: Gegen Gastgeber China muss ein Sieg her. Bauermann hofft auf Dirk Nowitzki.

Von Michael Schwartz

Peking/München - Tag der Entscheidung für Deutschlands Basketballer:

Bei den Olympischen Spielen steht das Team um Superstar Dirk Nowitzki im Kampf um den Einzug ins Viertelfinale vor dem Schicksalsspiel gegen Gastgeber China.

Beide Mannschaften haben nach drei Partien einen Sieg auf dem Konto. Der Sieger bucht so gut wie sicher das Ticket für die K.o.-Runde, der Verlierer steht vor dem Aus.

Bundestrainer Dirk Bauermann "freut" sich auf "den Showdown" gegen China und 18.000 Fans: "Es läuft wohl alles auf dieses Spiel hinaus. Das heißt für uns, jetzt die Kräfte zu bündeln und am Samstag alles zu geben. Das ist für beide Mannschaften das wichtigste Spiel des Turniers."

Relativ lange Pause

Es sei "natürlich schwer gegen die Chinesen und die 18.000 Zuschauer. Man merkt meiner Mannschaft jetzt die strapaziöse Olympia-Qualifikation an, sie stößt an ihre körperlichen Grenzen", so der Coach.

"Das wird eine Wahnsinns-Show. Es gibt doch nichts Schöneres als bei Olympia gegen den Gastgeber zu spielen. Wir freuen uns auf das Spektakel." Über die relativ lange Pause vor dem China-Spiel freue er sich, "denn es gilt sich so gut wie möglich zu regenerieren, um mit allen noch vorhandenen Kräften das Viertelfinale zu erreichen".

Erneuter Einbruch

Bauermann ist gefordert. Er muss sein Team aufbauen. Das hatte sich zum Auftakt beim Erfolg gegen Angola in starker Verfassung präsentiert, dann aber gegen Griechenland völlig neben sich gestanden.

Einer guten ersten Halbzeit gegen Weltmeister Spanien am Donnerstag folgte nach der Pause ein erneuter Einbruch.

Weder Dirk Nowitzki noch Chris Kaman gelang es, in den schlechten Phasen Verantwortung zu übernehmen.

Respekt vor Yao Ming

Das muss sich gegen China und Superstar Yao Ming ändern. Vor allem Kaman und Patrick Femerling dürften unter dem Korb viel Arbeit mit dem 2,29 Meter großen Center von den Houston Rockets bekommen, dem Fahnenträger der chinesischen Mannschaft bei der Eröffnungsfeier.

Neben Yao Ming haben die Chinesen mit Yi Jianlian (New Jersey Nets) einen weiteren NBA-Spieler in ihren Reihen. Die Guards sind groß gewachsen und sehr athletisch.

Zwei Mal Olympia-Achter

China wurde bislang 14 Mal Asienmeister. Seit der Premiere 1936 in Berlin nahmen chinesische Basketballer an fünf Mal an Olympischen Spielen teil.

Die besten Ergebnisse erzielten sie 1996 in Atlanta und 2004 in Athen (beide Male 8. Platz).

Gute Vorbereitung

In der Vorbereitung gewannen sie zwei Testspiele gegen eine amerikanische College-Auswahl (87:80 und 92:88).

Beim Borislav-Stankovic-Cup in Hangzhou sorgten sie gegen Serbien (96:72) und Russland (72:50) für Furore. Gegen Angola (70:71) setzte es eine Niederlage.

In Peking verloren sie klar gegen die USA, hatten aber Spanien am Rande einer Niederlage und schlugen Angola 85:68.

Ein Weiterkommen bei Olympia sei für das basketball-verrückte Land ungemein wichtig, schrieb die Zeitung "China Daily". Der Basketball habe inzwischen eine ähnlich große Bedeutung wie das Internet, "weil es das Land verwandelt hat". Und Yao Ming habe einen beträchtlichen Anteil daran.

Hoffen auf Nowitzki

Keine leichte Aufgabe also, die auf das DBB-Team zukommt. In erster Linie kommt es aber auf Nowitzki an.

Gegen Spanien wurde er immer wieder hart attackiert, an der Grenze des Erlaubten. Der Mann aus Dallas wehrte sich, konnte sein Spiel aber nicht wie gewohnt durchsetzen.

Jetzt aber brauchen die deutschen Basketball-Riesen ihren Superstar. Damit der olympische Traum nicht vorzeitig ausgeträumt ist.

Die Statistik spricht klar für die DBB-Auswahl. In den bisherigen zwölf Länderspielen kassierte sie nur zwei Niederlagen. Das letzte Duell bei einem großen Turnier endete in der Vorrunde der WM 2002 in Indianapolis mit 88:76.

Die beiden Test-Länderspiele gegen China - ohne den damals verletzten Yao Ming - vor der EM im vergangenen Jahr in Madrid gewannen die `Bauermänner" mit 88:55 (Hamburg) und 76:71 (Mannheim).

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