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LeBron James (l.) kam gegen Frankreich auf neun Punkte © getty

Die USA fertigen zum Auftakt Vize-Europameister Frankreich ab und lassen London raunen. Durant glänzt beim Dribbling, Paul nicht.

Aus London berichtet Michael Spandern

London - Die USA haben gleich zum Auftakt des olympischen Turniers gezeigt, dass der Weg zum Gold nur über sie führt.

Mit aller Macht, und dabei oft spektakulär, fertigten sie Vize-Europameister Frankreich mit 98:71 (52:36) ab.

Vor dem Abschluss gegen den Olympiasieger von 2004, Argentinien, hat das Dream Team mit Tunesien, Nigeria und Litauen eher leichtere Gegner.(Basketball: Der SPORT1-Favoritencheck)

NBA-Topscorer Kevin Durant (22 Punkte, 9 Rebounds) und Dreierkönig Kevin Love (14 Zähler) ragten bei den Amerikanern heraus.

Bei der Equipe Tricolore, die mit ähnlichen Leistungen ebenfalls das Viertelfinale erreichen sollte, kam All-Star Tony Parker trotz zehn Punkten nicht wie erhofft zum Zuge und fand seine Mitspieler nicht (nur ein Assist).(Olympia täglich im LIVE-TICKER)

Coach K von Defensive begeistert

"Es hat Spaß gemacht. Wir sind rausgegangen, haben alles gegeben und gut zusammengearbeitet", sagte Durant.

Coach Mike Krzyzewski lobte vor allem die konsequente Abwehrarbeit seiner Star-Truppe: "Es war ein sehr gutes Spiel gegen einen großen Gegner. Wir haben vor allem in der Defensive einen hervorragenden Job gemacht. Das war ein guter erster Schritt für uns."

Chandler klärt die Lufthoheit

Als Tyson Chandler und Ronny Turiaf um 14.30 Uhr Ortszeit um den Sprungball kämpften, waren die 12.000 Zuschauer in der ausverkauften Basketball Arena längst in Partystimmung - und auf Seiten des Topfavoriten.

Coach K setzte zu Anfang auf Playmaker Chris Paul, Kobe Bryant, den im Mai zum Wertvollsten Spieler der NBA gewählten LeBron James, Durant und Chandler.(SERVICE: Der Olympia-Zeitplan)

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Gleich im ersten Angriff setzte James Center Chandler mit einem Alley-Oop-Pass in Szene, den Dirk Nowitzkis Meisterkollege von 2011 trotz Fouls einnetzte. Auch ohne zweiten gelernten Center im Kader behielten die USA unter den Körben die Hoheit (56:40 Rebounds).

Bei den Franzosen, die vier NBA-Profis in ihrer Startfünf hatten, hielt Ronny Turiaf vom Champion Miami Heat mit einem Dunking dagegen, zudem blockte Nicolas Batum einen lässigen Korbleger von Kevin Durant ab.

Paul für Dribbelfehler bestraft

Tony Parker, dessen Vater Amerikaner ist, zog am New Yorker Carmelo Anthony vorbei und verkürzte auf 10:13.

Spielmacher Parker, der bei einem Discostreit im Juni fast sein Augenlicht verloren hätte, lief wie in der Vorbereitung mit einer Schutzbrille auf, die er aber bei Freiwürfen hochschob.(592315DIASHOW: Die Bilder des Tages)

Kurz vor Ende des ersten Viertels trauten sich die Referees, Paul ein unsauberes Dribbling abzupfeifen. Yannick Bokolo versenkte im Gegenzug mit der Sirene per Dreier den Anschluss zum 21:22 her.

Viel Applaus für Bryant

Die USA antworteten aber mit elf Zählern in Folge, fünf davon steuerte Lakers-Altmeister Bryant bei, der bereits bei der Vorstellung den meisten Jubel eingeheimst hatte.

Durant ruschte zwar, gerade als er Parker mit spektakulärem Dribbling ausgetanzt hatte, weg. Hinten aber räumte der Jungstar von den Oklahoma City Thunder weit über Ringhöhe Boris Diaw ab.

Dann brachte wieder James das Publikum zum Raunen, als er einen Pass von James Harden wuchtig stopfte und den schaukelnden Affen mimte.

Top-Draftee Davis muss lange schmoren

Die USA setzten nach der Halbzeit nach und enteilten durch Dreier von "Durantula" und Bryant sowie einen Chandler-Dunk auf 60:38. (SERVICE: Der Medaillenspiegel)

James durfte sich nach Alley-Oop-Anspiel von Deron Williams, um den sich Dallas im Sommer vergeblich bemüht hatte, austoben. Auch Anthony ließ es krachen.

Dennoch vermied es Coach K weitgehend, seine Starting Five gleichzeitig auf die Bank zu holen und ließ den jungen College-Abbrecher Anthony Davis bis zum Schlussviertel ganz draußen.

Vor allem die Thunder-Energiebündel Russell Westbrook und James Harden hielten die Intensität hoch und den Abstand auf die Franzosen hoch. Deren Star Parker hatte längst Feierabend und schonte sich.

Denn eine hohe Schlappe gegen dieses Team USA bedeutet keineswegs das Ende seiner Medaillenträume.

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