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James Harden (r.) erreichte mit Oklahoma City 2012 die NBA-Finals © getty

Nach der Gala gegen Frankreich nimmt sich Michelle Obama das Dream Team zur Brust. Kobe Bryant gibt dem NBA-Boss Contra.

Aus London berichtet Michael Spandern

London - Die Superstars aus der NBA sind es gewohnt, ihre Show vor Superpromis abzuziehen, doch die First Lady war dann doch eine Nummer größer - genau wie Olympia.

Vor den Augen der Präsidenten-Gattin Michelle Obama legte das Dream Team trotz eines zerfahrenen ersten Viertels einen Traumstart auf dem Weg zur Titelverteidigung hin. (SERVICE: Der Medaillenspiegel)

Und zur Belohnung für den 98:71-Erfolg gegen Vize-Europameister Frankreich (Bericht) nahm Obama sich die zwölf muskelbepackten Riesen zur Brust. (592315DIASHOW: Die Bilder des Tages)

Harden will Obama wiedersehen

Die graue Strickjacke dürfte einige Schweißflecken davongetragen haben, genau wie das graue Top, das sie darunter trug.

"Sie sagte: nicht jeder verschwitzte Kerl darf mich umarmen, aber ihr schon", berichtete James Harden gegenüber SPORT1.

Und der Edeljoker des Vizemeisters Oklahoma City Thunder hofft auf mehr: "Die First Lady hinter sich zu haben, gibt uns ein großartiges Gefühl und eine Menge Selbstvertrauen. Hoffentlich ist sie bei allen Spielen dabei." (SERVICE: Der Olympia-Zeitplan)

"Ich ziehe zum Korb und dunke"

"Das war ein ganz besonderer Moment", pflichtete ihm New Yorks All-Star Carmelo Anthony bei. "Wir wollten uns einfach für ihr Kommen bedanken."

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Die Wurfquote war zwar in der mit 12.000 Fans gefüllten Basketball Arena, wo die Tribünen weit hinter den Körben stehen, auf beiden Seiten schwach.

Doch LeBron James hatte das Patentrezept gegen die Distanzprobleme: "Ich bin kein Schütze. Ich ziehe zum Korb und dunke. Deshalb kümmert mich das nicht."

Der wertvollste Spieler der NBA-Finals und der Regular Season fiel neben seinen krachenden Dunkings vor allem als Assistent auf: Acht Vorlagen in weniger als 25 Minuten gingen auf das Konto des "Auserwählten".

Schärfere Defense gegen Parker

Überhaupt glänzten die USA anders als Frankreichs Star Tony Parker (ein Assist) als Vorbereiter, nur vier ihrer 31 Körbe gingen auf Einzelaktionen zurück.

[kaltura id="0_hwp46f59" class="full_size" title="Dream Team bleibt bescheiden"]

"Das war richtig gut, wie wir den Ball gepasst und selbstlos gespielt haben", sagte Harden zu SPORT1.

Nachdem die Goldfavoriten in den ersten zehn Minuten "ein wenig zu ängstlich" agiert hatten, wie Spielmacher Chris Paul befand, und nur mit 22:21 vorne lagen, besannen sie sich zunächst auf ihre Defensivkünste.

"Du kannst dir Tony Parker so oft du willst auf Video anschauen: in der Realität ist er schneller", sagte Trainer Mike Krzyzewski. "Da mussten wir Umstellungen machen."

James und Anthony holen den "Admiral" ein

Obwohl er die USA 2008 zum Olympia-Gold und 2010 zum WM-Titel geführt hat, war sein Namensschild bei der Pressekonferenz auch in London nicht korrekt.

Vergleiche zu den vorigen Nationalteams wollte Coach K eigentlich nicht ziehen, "aber vielleicht ist die Kameradschaft diesmal noch größer", verriet er SPORT1. Und die Kontinuität, fünf Spieler noch von 2008 und ebenfalls fünf von 2010 zu kennen, werde sicherlich auch von Vorteil sein.

James und Anthony stellten am Sonntag den Rekord von "Admiral" David Robinson ein, der ebenfalls an drei Olympischen Spielen für die USA teilgenommen hatte.

Bryant: Olympia macht Spieler besser

Der Stellenwert, den Olympia bei den NBA-Giganten genießt, ist hoch wie vielleicht nie. Und das zu einer Zeit, in der Liga-Boss David Stern angesichts möglicher Verletzungen damit liebäugelt, dass künftig nur U-23-Teams wie beim Fußball um die Medaillen kämpfen.

"Wir Spieler wollen unbedingt hierher", gibt Kevin Love Kontra. "Und wir sollten auch selbst darüber entscheiden können."

Noch deutlicher wird Publikumsliebling Kobe Bryant: "Das dürfte nicht mal ein Thema sein", sagte der 33-Jährige kopfschüttelnd.

Zumal die internationalen Turniere die Profis nicht kaputt, sondern besser machen würden.

Der beste Beweis sei er selbst: Zwei Titel, zweimal Finals-MVP nach dem Gold in Peking. Noch Fragen?

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