James vom Blitz getroffen, Durant fängt Feuer
Aus London berichtet Michael Spandern
London - Von der großen Show des Usain Bolt hat sich das Dream Team offenbar vor allem den schlechten Start abgeschaut.
Im letzten Gruppenspiel besiegten LeBron James, Kevin Durant und Co., die sich am späten Sonntagabend das 100-m-Finale im Olympic Stadium angesehen hatten, Argentinien zwar ungefährdet mit 126:97 (60:59) und ziehen ungeschlagen ins Viertelfinale gegen Australien Mi., (23.15 Uhr im LIVE-TICKER) ein.
Aber gegen die Nummer 3 der Weltrangliste, die ebenfalls vorzeitig für die Runde der letzten Acht qualifiziert war, brauchte es nach der Halbzeit die Initialzündungen von "Durantula" (28 Punkte) und "King James" (18). (DIASHOW: Die Bilder des Tages)
Bei den "Gauchos", die nun im Superclasico auf Brasilien treffen, ragte Manu Ginobili heraus, der all seine 16 Zähler vor der Halbzeit erzielte.
Buzzer-Beater von Durant
Andres Nocioni ließ im ersten argentinischen Angriff Kobe Bryant mit einer Drehung stehen und erzielte den ersten Korb.
Doch die USA trafen anders als beim Kraftakt gegen Litauen drei ihrer ersten vier Dreierversuche und setzten sich auf 14:8 ab.
Angeführt von Manu Ginobili, dem zweimaligen All-Star, antworteten die Südamerikaner mit sieben Punkten in Folge. Der wendige Flügelspieler der San Antonio Spurs verbuchte bereits im ersten Viertel elf Zähler.
Doch mit der Sirene brachte Kevin Durant das Dream Team per Dreier wieder nach vorn - 34:32. ( SERVICE: Der Medaillenspiegel)
Igoudala-Dunk geht nach hinten los
Andre Iguodala stellte seinen Verteidiger mit einem Pass durch dessen Beine bloß und stopfte den Ball nach einem verpatzten Korbleger von Russell Westbrook im Nachfassen durch den Ring.
Iguodala sorgte für eine spektakuläre Kuriosität: Im Fast-Break hämmerte er den Ball zwar durch den Ring, doch der Ball prallte auf seine brust und sprang wieder heraus.
Die Gauchos dachten, der Korb zähle nicht. So spielten sie weiter, als hätten sie einen Rebound geholt. Doch nach kurzer Verzögerung bekam "Iggy" doch die zwei Punkte auf seinem Konto zugeschrieben.
Die Partie wurde überraschend verbissen geführt, drohte den Argentiniern doch bei einem Sieg Europameister Spanien. Der hatte zuvor - um frühestens im Finale auf die USA treffen zu können - wohl nicht unfreiwillig gegen Brasilien verloren. ( SERVICE: Der Olympia-Zeitplan)
Holyfield adelt das US-Team 2012
Durch ein Drei-Punkte-Spiel von Leo Gutierrez, der sich von Tyson Chandlers Foul nicht hatte stoppen lassen, gingen die Gauchos drei Minuten vor der Halbzeit wieder in Front.
Doch vor den Augen des ehemaligen Box-Weltmeisters Evander Holyfield schlug Spielmacher Chris Paul mit fünf Zählern in Folge zurück. In einer Auszeit verriet der 49-Jährige, dass er das Team von Mike Krzyzewski für "das beste jemals" hält.
0,3 Sekunden vor der Pause ermöglichte James den Argentiniern den Anschluss, da er in Ginobili hineinrutschte und der die Freiwürfe für das Foul verwandelte.
James sprintet zur Auswechslung
Im dritten Abschnitt riss James das Heft an sich, leitete mit sieben Punkten den 19:7-Start ein. Bei den Rebounds spielte das Starensemble nun seine Vorteile aus.
Den Argentiniern, die auf dem Weg zu Olympiagold 2004 die USA mit James im Halbfinale eliminiert hatten, ging die Luft aus.
Der "Auserwählte" bewies dann doch, dass er bei Bolt gelernt hatte: Nach seinem vierten, nicht unumstrittenen Foul, sprintete er wie vom Blitz getroffen zur Auswechslung und verdammte sich mit großer Geste zum Schweigen.
Vier Dreier in rund drei Minuten
Auf dem Feld lief plötzlich "Durantula" heiß: Der NBA-Topscorer netzte binnen 3:11 Minuten vier Dreier ein und brachte die erneut ausverkaufte Basketball-Arena zum Kochen.
Zu Anfang des Schlussviertels zeigte dann Westbrook bei einem Dunk über Gutierrez seine überragende Athletik. Die Südamerikaner, mittlerweile mit 79:107 hinten, wehrten sich zunehmend mit unerlaubten Härten.
Die USA griffen nun verstärkt in die Trickkiste und brachten ihren Youngster Anthony Davis ins Spiel, der erst im Herbst sein erstes NBA-Spiel bestreiten wird. Auch beim Verlierer saßen die Leistungsträger längst draußen.
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