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Yi Jianlian (l.) verteidigte gegen Dirk Nowitzki mit allen Mitteln © getty

Nach dem Erlebnis Olympia kann sich der deutsche Superstar Nowitzki eine Europameisterschaft in Polen nur schwer vorstellen.

Peking - Nach dem bitteren Vorrunden-Aus bei Olympia nimmt Dirk Nowitzki eine Auszeit von Nationalteam.

Ob es sogar der endgültige Abschied aus der DBB-Auswahl nach über elf Jahren sein wird, ließ der 30-Jährige offen.

Enttäuscht und ausgelaugt erklärte der 30-Jährige nach dem 55:59 gegen China und dem verpassten Einzug ins Viertelfinale des olympischen Turniers: "Wenn man sich seinen Traum erfüllt hat und hier mit der Fahne ins Stadion eingezogen ist, dann ist es nur schwer vorstellbar, eine EM in Polen zu spielen."

Damit bekommt Nowitzkis 127. Länderspiel zum Vorrunden-Abschluss am Montag gegen die NBA-Kollegen aus den USA den Charakter eines Abschiedsspiels.

Minimalziel verpasst

Bereits vor dem Turnier in Peking hatte der gebürtige Würzburger eine Länderspielpause in Erwägung gezogen, während Rekordnationalspieler Patrick Femerling und Pascal Roller ihren endgültigen Rücktritt aus der Nationalmannschaft angekündigt hatten.

Allerdings hätte sich Nowitzki, mit 24 Punkten einmal mehr bester Werfer der deutschen Korbjäger, einen schöneren - zumindest vorläufigen - Abschied gewünscht.

"Wir haben unser Minimalziel verpasst. Die Chance war zwar da, aber ich habe die verschossen, die ich sonst reinmache", klagte der sechsmalige NBA-Allstar.

"Es war ein langer Sommer, da fehlt dann am Ende auch die Kraft."

Zu wenig getroffen

Gekämpft, aber schwach gespielt und zu wenig getroffen (33 Prozent) - so könnte das Fazit der 40 Minuten gegen den Olympia-Gastgeber lauten.

Unter dem Strich ist die "Mission Olympia" am Montag mit dem Duell gegen die USA beendet. "Da wollen wir noch einmal alles geben", fügte Nowitzki hinzu.

Auch DBB-Coach Bauermann hatte eine realistische Chance zum Sieg gegen die Chinesen ausgemacht: "Aber wenn in der Schlussphase ein Schrittfehler und ein Offensivfoul gegen Dirk Nowitzki gepfiffen werden, wird es schwer."

"Ein großer Tag für China"

Chinas 2,29 m langer Hüne Yao Ming freute sich derweil über einen "großen Tag für China", das sich in der Gruppe B neben den USA, Weltmeister Spanien und Griechenland für die Runde der letzten Acht qualifiziert hat.

In einer spannenden Schlussphase vor 16.000 Zuschauern hatte die deutsche Mannschaft sogar den Sieg in der Hand.

18 Sekunden vor dem Ende schaute der Ball beim Stand von 55:58 bei einem Drei-Punkte-Wurf von Nowitzki schon in den Korb, sprang dann aber wieder hinaus.

Das Team hat gefightet

Auf der Gegenseite machten die Gastgeber alles klar. Bauermann wollte seinen Spielern keinen Vorwurf machen: "Wenn es um den Einzug in ein Viertelfinale geht, ist es immer ein Kampf auf Biegen und Brechen. Da ist das Händchen nicht mehr so locker."

Die Mannschaft habe dennoch eine tolle Leistung gezeigt, gefightet und immer an sich geglaubt.

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