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Lauren Jackson spielt in der WNBA für die den Seattle Storm © getty

Vor dem Finale senden Australiens Basketballerinnen Richtung Gegner USA. Die geben sich gelassen, doch die Spannung ist spürbar.

Peking - Als Australiens Basketball-Star Penny Taylor in Peking landete, verdeckte sie verschämt ihr tiefblaues Auge mit einer Kappe.

Es war eine Blessur aus einem Vorbereitungsspiel unmittelbar vor Olympia gegen die USA. Andere Mitspielerinnen erlitten Blutergüsse und Platzwunden an der Lippe.

"Diesmal werden wir gerüstet sein, wir haben das Spiel nicht vergessen", verkündete "Aussie"-Center Lauren Jackson vor dem Finale des olympischen Damen-Turniers am Samstag gegen die US-Girls.

Der fünfmalige Goldmedaillen-Gewinner aus dem Mutterland des Basketballs trifft zum dritten Mal in Folge in einem Olympia-Finale auf den amtierenden Weltmeister Australien.

USA gewinnen zweimal

Sowohl 2000 in Sydney (76:54) als auch 2004 in Athen (74:63) gewannen die Amerikanerinnen, die außerdem seit Barcelona 1992 bei Sommerspielen unbesiegt sind.

Eigentlich birgt das Duell genügend sportlichen Reiz - wäre da nicht jene Begegnung drei Wochen zuvor beim Turnier um den Diamond Ball in Haining gewesen.

"Schmutzige" Spielweise?

67:71 verloren die Australierinnen, die anschließend die "schmutzige" Spielweise ihrer Erzrivalinnen anprangerten.

"Sie haben andauernd ihre Ellbogen hochgezogen und bei jeder Aktion versucht, uns zu verletzen - und das vor Olympia", wetterte Australiens Aufbauspielerin Kristi Harrower.

Offensichtlich sei man so stark, "dass man uns mit solchen Mitteln stoppen muss", ergänzte Penny Taylor, "MVP" der WM 2006 in Brasilien, die beim souveränen 90:56 gegen Gastgeber China im Viertelfinale wegen einer Sprunggelenk-Verletzung aussetzte:

"Aber gegen die USA im Endspiel bin ich wieder dabei. Die Verletzung wird mich nicht aufhalten."

USA erwarten harten Kampf

Die Amerikanerinnen können die Aufregung um die angebliche Härte in ihrem Spiel nicht verstehen.

"Wann immer wir gegen Australien angetreten sind, waren es immer sehr körperbetonte Spiele. Beim Test vor Olympia haben wir nur unseren Job gemacht. Aber am Samstag wird es ein sehr harter Kampf werden, das steht fest. Es geht schließlich um Gold", meinte US-Coach Anne Donovan.

Es sei schon kurios, die meisten Spielerinnen aus beiden Teams würden sich sehr gut aus der nordamerikanischen Profiliga (WNBA) kennen und seien teilweise sogar befreundet, berichtete Australiens Lauren Jackson von den Seattle Storm:

"Aber wenn sie für ihr Land gegeneinander spielen, fliegen die Fetzen".

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