vergrößernverkleinern
Juan Mata begann seine Karriere mit 12 in der Jugendabteilung von Real Oviedo © getty

Zuletzt noch im Schatten der spanischen EM-Helden hat Juan Mata in London die Chance auf einen Eintrag in die Geschichtsbücher.

London - Im spanischen Fußball-EM-Ballett blieb Juan Mata nur die Komparsenrolle. Ganze sechs Minuten durfte der Chelsea-Star beim finalen Kurzpass-Schauspiel gegen Italien mitwirken, sein Tor zum 4:0-Endstand war allenfalls Beiwerk.

Doch während sich die Tiki-Taka-Protagonisten bereits auf die neue Saison vorbereiten, betritt Mata noch einmal die große Bühne - und greift in London nach einem historischen Triple.

Als Champions-League-Sieger sowie Europameister hat sich Juan Manuel Mata Garcia bereits in einen illustren Kreis von zehn Fußballern gespielt, denen dieses Kunststück im selben Jahr gelang.

Eintrag in die Geschichtsbücher

Mit einem Sieg im Olympia-Finale am 11. August würde er gar die spanische Fußball-Ikone Luis Suarez übertrumpfen und sich im legendären Wembley-Stadion einen Eintrag in die Geschichtsbücher sichern.

"Wenn wir gewinnen würden, wäre das ein perfekter Sommer", schwärmt Mata, der vor einem Jahr für 26,7 Millionen Euro vom FC Valencia zum FC Chelsea in die Premier League gewechselt war. Ohnehin sei es für den 24-Jährigen eine "fantastische Saison" gewesen, die "keine Wünsche offen gelassen hat".

Gemeinsam mit seinen Nationalmannschaftskollegen Jordi Alba (FC Barcelona) und Javi Martinez (Athletic Bilbao), um den auch der deutsche Rekordmeister Bayern München gebuhlt hatte, soll der Coup in der britischen Metropole gelingen.

Olympia-Sieg kein Selbstläufer

Doch Mutmaßungen, dass der Olympiasieg mit der glänzend besetzten Auswahl ein Selbstläufer werde, weist Mata vehement zurück.

"Es macht den Anschein, als müssten wir erst gar nicht spielen, um Gold zu holen - aber das ist ganz und gar nicht der Fall", betont der ehemalige Jugendspieler des spanischen Rekordmeisters Real Madrid, denn es gäbe sehr wohl noch andere Teams mit starken Kadern:

"Wir werden alles geben, aber wir wissen, dass es sehr schwer wird."

Wenig überraschend fügt Mata sein Welt- und Europameister-Team als Erfolgsbeispiel an: "Spanien hat in den vergangenen Jahren so viele Titel gewonnen, weil im Hintergrund extrem hart gearbeitet wird. Dies ist ein Weg, dem man folgen muss."

Mit Marin auf Titeljagd

Doch von der "Erwartungshaltung, unbedingt gewinnen zu müssen", sollte man sich lösen, erklärt Mata, der mit Chelsea in der vergangenen Saison nicht nur im Champions-League-Finale beim FC Bayern, sondern auch im nationalen FA-Cup erfolgreich gewesen war.

In der kommenden Spielzeit wird Mata mit dem 16-maligen deutschen Nationalspieler Marko Marin auf Titeljagd gehen.

Ihr bislang einziges olympisches Fußball-Turnier gewann die spanische Auswahl 1992 beim "Heimspiel" in Barcelona - unter anderem mit einem gewissen Josep Guardiola, der nach seinem Rücktritt bei Barcelona an der Stamford Bridge im Gespräch gewesen war.

2000 in Sydney scheiterten die Iberer dann überraschend im Elfmeterschießen an Kamerun. Der große Triumph war damals auch dem jungen Xavi verwehrt geblieben - einem jener Spieler, die Mata im Dress der Furia Roja bislang die Show gestohlen haben.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel