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Not amused über den Flaggen-Faupax: Nordkoreas Funktionäre © getty

Weil vorm Match gegen Kolumbien das Banner des Klassenfeinds platziert wird, boykottieren die Asiatinnen zunächst den Anstoß.

London - Die Olympischen Spiele in London haben ihren ersten Fauxpas:

Das Frauenfußballspiel zwischen Nordkorea und Kolumbien ist wegen einer falschen Flagge um mehr als eine Stunde verschoben worden.

Bei der Vorstellung einer nordkoreanischen Spielerin auf der Anzeigetafel im Glasgower Hampden Park war das Porträt zusammen mit der Flagge des verfeindeten Bruderstaates Südkorea eingeblendet worden.

Zudem soll eine südkoreanische Flagge am Eingang des Spielertunnels platziert worden sein. (Alle Videos zu Olympia)

Trainer Gun Sin Ui verärgert

Um 20.50 Uhr Ortszeit wurde die Begegnung dann angepfiffen, nachdem die beleidigten nordkoreanischen Spielerinnen zum ursprünglichen Anstoß (19.45 Uhr) nicht aus der Kabine gekommen waren.

Nordkoreas Trainer Gun Sin Ui betonte, er glaube nicht an ein Versehen, sondern an eine geplante Aktion der Gastgeber.

"Wir waren wütend, weil unsere Spielerinnen präsentiert wurden, als seien sie Südkoreanerinnen. Das ist eine Sache, die uns sehr nahe geht", sagte er.

"Der Sieg kann das nicht vergessen machen. Ich möchte betonen, dass das nicht geht. Wir hoffen, dass wir das in den nächsten Spielen nicht noch einmal erleben müssen",

Organisatoren und Cameron entschuldigen sich

Die Olympia-Organisatoren haben sich mittlerweile bei Nordkorea entschuldigt.

"Wir haben schlicht und einfach einen Fehler gemacht. Wir haben uns (beim Olympischen Komitee Nordkoreas, Anm. d.Red.) entschuldigt und Schritte unternommen, um sicherzugehen, dass das nicht wieder passiert", sagte Paul Deighton, Generalsekretär des Organisationskomitees LOCOG, "BBC Radio":

"Es war ein menschlicher Fehler. Ich kann versichern, dass es nicht wieder vorkommt." (Die Olympia-Web-App von SPORT1)

Auch der britische Premierminister David Cameron drückte sein Bedauern aus: "Es war ein Fehler, und man sollte nicht so einfach darüber hinwegsehen. Es hätte nicht passieren dürfen, aber es ist trotzdem passiert", sagte Cameron am Donnerstagmittag im Olympic Park von London.

"Ich bin mir sicher, dass alle notwendigen Schritte unternommen werden, dass so etwas nicht noch einmal passiert", fügte der Politiker an.

Immer wieder politische Spannungen

Zwischen beiden Ländern hatte es zuletzt auch politisch wieder Spannungen gebeben.

Zu Gesprächen über einen gemeinsamen Einmarsch der Athleten wie bei der Eröffnungsfeier 2004 in Athen war es erst gar nicht gekommen.

Südkoreas Gewichtheber hatten dennoch ein Zeichen gesetzt und eine Trainingseinheit verlegt, als das Team aus Nordkorea zeigleich in derselben Halle ankam.

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