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Mexikos Matchwinner Peralta (M.) spielt in der heimischen Liga für Santos Laguna © getty

Mit zwei Toren wird Oribe Peralta zum gefeierten Helden der Mittelamerikaner. Hulks Treffer kurz vor Schluss reicht nicht.

London - Mit einem Blitztor und einem weiteren Treffer per Kopf hat der Mexikaner Oribe Peralta Brasiliens großen Traum vom ersten Fußball-Olympiasieg zerstört.

Der 28-Jährige schoss den Außenseiter mit seinem Tor nach 28 Sekunden und seinem insgesamt vierten Turniertreffer (75.) im Finale von London zum 2:1 (1:0)-Sieg gegen die Selecao und damit zur Goldmedaille.

In der brasilianischen Schlussoffensive gelang Hulk (90.+1) das Anschlusstor; Oscar hätte zwei Minuten später die Verlängerung erzwingen müssen, köpfte aber freistehend drüber (SERVICE: Der Medaillenspiegel).

Neymar enttäuscht

Brasilien mit dem enttäuschenden Jungstar Neymar blieb damit vor den Augen des Idols Pele zum dritten Mal nach 1984 und 1988 Silber - und die vage Hoffnung auf den sechsten WM-Titel zu Hause in Rio 2014.

"Das war eine einmalige Gelegenheit. Für Brasilien, für mich, für uns alle", sagte Neymar: "Ich weiß ja noch nicht einmal, ob ich 2014 oder 2016 noch dabei bin." 2016 finden die Spiele in Rio statt.

"Wir können alle schlagen, auch Brasilien", hatte Peralta vor dem Spiel gesagt. Die 86.162 Zuschauer im ausverkauften Wembley-Stadion hatten sich noch nicht gesetzt, da ließ der Angreifer seinen Worten Taten folgen (SERVICE: Der Olympia-Zeitplan).

Blackout von Rafael

Nach einem schlimmen Fehler von Abwehrspieler Rafael in der Nähe des eigenen Strafraums hatte Peralta freie Bahn, sein Flachschuss in die linke Ecke war für Torwart Gabriel unhaltbar. Es war das schnellste Tor bei den Spielen 2012.

Neymar hatte Verbandspräsident Jose Maria Marin versprochen, er werde mit der Goldmedaille im Gepäck zurückkommen. Doch der Jungstar zeigte auf dem Platz nur selten, warum er als Jahrhunderttalent gilt (598333DIASHOW: Die Bilder des Tages).

Pele wird unruhig

Mit zunehmender Spieldauer wurde Pele auf der Ehrentribüne unruhiger. "Das ist für mich eine ganz emotionale Angelegenheit", hatte er zuvor gesagt. Drei Mal war der wohl beste Fußballer der Geschichte Weltmeister, bei Olympia war er nie. Seine Landsleute jagten bis London 2012 elf Mal vergeblich nach Gold.

Der Schock nach dem frühen 0:1 saß bei Brasilien tief. Bis zur 20. Minute dauerte es, ehe Oscar den ersten Torschuss für Brasilien abgab. Trainer Mano Menezes brachte schon in der 32. Minute Hulk, einen weiteren Stürmer.

Gegen Ende der ersten Halbzeit erhöhte der Rekordweltmeister den Druck. Marcelo von Real Madrid, Hulk per Kopf und Neymar vergaben aber ihre Chancen.

Schmerzhafter Zusammenprall

Auch in der zweiten Hälfte dribbelte sich Neymar auf dem linken Flügel zu oft fest. Nach einem schmerzhaften Zusammenprall mit dem mexikanischen Torwart Jose Corona musste er kurz behandelt werden (53.), kurz darauf verzog er freistehend im Strafraum.

Riesenglück hatten er und seine Kollegen, als Marco Fabian nach einem erneut schweren Patzer der brasilianischen Abwehr per Fallrückzieher die Latte traf (64.).

Menezes versuchte, den Druck mit der Einwechslung von Alexandre Pato (AC Mailand/71.) zu erhöhen, aber Mexiko blieb gefährlich. Fabian köpfte über das Tor (72.), Peralta, der in der 86. Minute ausgewechselt wurde, nach einem Freistoß aus etwa neun Metern in die Maschen.

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