Kanadas Fußballerinnen haben nach der Halbfinal-Niederlage gegen Olympiasieger USA (3:4 n.V.) schwere Vorwürfe gegen Schiedsrichterin Christina Pedersen aus Norwegen erhoben.
"Wir fühlen uns betrogen", sagte Stürmerin Christine Sinclair: "Es fühlt sich nicht an, als hätten wir verloren, sondern als hätte die Schiedsrichterin uns den Sieg genommen. Sie hatte sich schon vorher auf den Sieger festgelegt."
In einem denkwürdigen Spiel hatte die Unparteiische beim Stand von 3:2 für Kanada auf indirekten Freistoß innerhalb des Strafraums für die USA entschieden, nachdem die kanadische Torfrau Erin McLeod das Spiel verzögert hatte.
Der Schuss prallte in Kopfhöhe an den Arm von Marie-Eve Nault. Pedersen entschied auf Strafstoß (79.).
US-Torjägerin Abby Wambach verwandelte und erzwang die Verlängerung, in der Alex Morgan (120.+3) Sekunden vor dem Ende für die Entscheidung zugunsten der USA sorgte. "Die Schiedsrichterin hat sogar gekichert und nichts gesagt. Es ist enttäuschend, dass sie in so einem guten Spiel solch einen Einfluss nimmt", sagte Sinclair, die drei Tore erzielt hatte.
Nach der harschen öffentlichen Kritik hat nun auch der Weltverband FIFA Ermittlungen aufgenommen. "Die Disziplinarkommission analysiert Vorfälle, die nach dem Spiel stattgefunden haben", hieß es in einer Mitteilung. Die Entscheidungen der Schiedsrichterin seien aber "in jedem Fall final".
Kanada muss sich mit dem Spiel um Bronze am Donnerstag gegen Frankreich (13.00/14.00 Uhr) trösten. Im Finale (19.45/20.45) bekommen die USA in der Neuauflage des WM-Endspiels die Gelegenheit zur Revanche gegen Weltmeister Japan.

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