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Michael Kraus (l.) gilt seit der WM 2007 als Kronprinz auf der Mittelposition © getty

Zur Kaffeezeit erklärte Heiner Brand die Diskussion offiziell für beendet.

Halle - "Das Thema Markus Baur ist erledigt", sagte der Bundestrainer in den Katakomben des Gerry Weber Stadions im ostwestfälischen Halle.

Dort hatten die deutschen Weltmeister am Sonntag eine glänzende Generalprobe für ihre Medaillenmission bei Olympia in Peking abgelegt hatten - und wo vor allem Michael Kraus und Oliver Köhrmann abwechselnd in der Baur-Rolle des Spielmachers überzeugten.

"Ich war vom Positionsangriff sehr angetan. Wir hatten schöne Abläufe und haben mit Geduld gespielt", sagte Brand, ohne das 32:27 und das 32:25 vom Vortag in Köln gegen das noch lange nicht in Olympiaform spielende Russland überbewerten zu wollen. Werbung

Köhrmann hat alles im Griff

Vor allem der seit Montag 32 Jahre alte Köhrmann, bis zu dieser Saison bei Bundesliga-Absteiger Wilhelmshaver HV beschäftigt und noch nie bei einem Großereignis dabei, hat den Spielaufbau schnell in den Griff bekommen.

Natürlich ist der Druck da und Markus Baur nicht einfach zu ersetzen. Aber was man braucht, ist die Akzeptanz von den Kollegen, und die war von Anfang an da", sagt Köhrmann.

Mit viel Ruhe führte er die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) gegen die offensive Abwehr der Russen immer wieder zu schönen Aktionen und strahlte auch selbst Torgefahr aus.

Kraus als Kronprinz

Das gilt noch viel mehr für Michael Kraus, der schon seit dem WM-Triumph 2007 als Kronprinz auf der Mittelposition gilt.

Seine allerbesten Aktionen hatte er am Wochenende freilich noch auf der halblinken Position als dynamisch-variabler Ersatz für Pascal Hens (Bauchmuskelzerrung).

"Ich fühle mich auch auf Halb sehr wohl und stelle keinerlei Ansprüche auf die Mittelposition. Jeder wirft einfach sein Stückchen rein, damit wir Erfolg haben", sagt Kraus.

"Ich liebe Herausforderungen"

Dass er mit 24 im vergleich zu anderen Regisseuren noch jung ist, weiß er selbst, möchte aber gern die Verantwortung tragen. "Ich liebe Herausforderungen.Ich will beweisen, dass ich eine Mannschaft führen kann, das hat nichts damit zu tun, dass ich jünger bin", sagt der Lemgoer.

Dynamischer als mit Baur

Manchmal ist ihm die Unerfahrenheit auf der Mitte noch deutlich anzumerken, mit Kraus spielt die deutsche Mannschaft anders als mit Baur, ein bisschen schneller und dynamischer.

"Aber ein Vergleich zwischen Markus Baur und Michael Kraus ist nicht zulässig. Michael ist ein ganz anderer Spielertyp", wiederholt Heiner Brand immer wieder. Und der Lemgoer Trainer Baur ist ja wegen seiner Verpflichtungen im Verein ohnehin nicht mehr dabei.

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