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Anna Lörper (l.) und Anna Müller (r.) haben das Nachsehen gegen Kim Ona © getty

Die deutschen Damen verlieren gegen die Asiatinnen deutlich. Von einer Olympia-Medaillenform ist das Team von Trainer Armin Emrich derzeit weit entfernt. Vor allem der Angriff spielt viel zu fehlerhaft.

Peking - Die deutschen Handballerinnen sind bei ihrem zweiten Olympia-Auftritt förmlich untergegangen und haben auf dem Weg zur erhofften Medaille einen gehörigen Dämpfer erhalten.

Im zweiten Gruppenspiel kam die Mannschaft von Bundestrainer Armin Emrich gegen den zweimaligen Olympiasieger Südkorea mit 20:30 (9:13) unter die Räder und verpasste mit einer ganz schwachen Leistung einen großen Schritt Richtung Viertelfinale.

Unter den Augen von IOC-Präsident Jacques Rogge und DOSB-Chef Thomas Bach leisteten sich die Deutschen viel zu viele individuelle Fehler.

Zum zweiten Erfolg nach dem mühsamen 24:22 Auftaktsieg gegen Brasilien reichte es bei weitem nicht.

In den nächsten Partien am Mittwoch gegen Ex-Europameister Ungarn (20.45 Uhr Ortszeit/14.45 Uhr MESZ) sowie den weiteren Gruppenspielen gegen Schweden und Weltmeister Russland haben Grit Jurack und Co. zwar immer noch alle Chancen, müssen sich aber gehörig steigern.

Die jeweils besten vier Teams aus zwei Sechser-Gruppen qualifizieren sich für die Runde der besten Acht.

Angriff findet nicht ins Spiel

Wie schon zum Teil im schmerzhaften Kampfspiel gegen Brasilien fand die deutsche Mannschaft auch diesmal im Angriff nie richtig in die Partie.

Pässe kamen nicht an, Bälle wurden nicht gefangen, es wurde viel zu hektisch agiert. Schon vor der Partie hatte Armin Emrich vor der ungewohnt offensiven Deckung Südkoreas gewarnt.

Zunächst hatte die Auswahl des DHB noch Glück, dass auch Südkorea im Angriff gegen eine ordentliche deutsche Deckung einige Fehler produzierte. Doch als den Deutschen beim Stand von 8:8 von der 18. bis zur 28. Minuten kein einziger Treffer gelang, zog der Weltmeister von 1995 erstmals auf drei Tore davon (8:11).

Wendig und schnell setzten sich die Asiatinnen immer wieder gegen die deutsche Deckung durch.

Zahlreiche Gegenstöße

Durch zahlreiche Wechsel versuchte Emrich, dem Spiel wieder mehr Struktur zu geben, doch gegen die immer sicherer und selbstbewusster agierenden Südkoreanerinnen fand seine Mannschaft einfach kein Mittel.

Immer wieder landeten die Bälle in den Händen der koreanischen Deckung, immer wieder nutzten die schnellen Spielerinnen den Ballgewinn zum erfolgreichen Gegenstoß. Beinahe hilflos wirkten die deutschen Angriffsversuche in der zweiten Hälfte.

Beste Werferinnen waren Jurack und Anna Loerper mit jeweils vier Toren.

Südkorea spielt bei Olympia fast schon traditionell groß auf: Am ersten Spieltag hatte der Goldgewinner von 1988 und 1992 und Zweite von 1984, 1996 und 2004 überraschend Weltmeister und Favorit Russland ein Unentschieden (29:29) abgetrotzt.

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