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Nadine Krause wurde 2006 zur Welthandballerin gewählt © getty

Die Handballerinnen verlieren gegen Ungarn nach einer deutlichen Führung. Die obligatorische Schwächephase macht es möglich.

Peking - Die deutschen Handballerinnen haben das große Nervenflattern bekommen und ein schon gewonnen geglaubtes Spiel beim olympischen Turnier in Peking noch aus der Hand gegeben.

Zwei Tage nach dem deutlichen 20:30 gegen Südkorea verlor die Mannschaft von Armin Emrich gegen Ungarn trotz zwischenzeitlicher Fünf-Tore-Führung noch mit 24:25 (14:12) und muss mehr denn je um den angepeilten Einzug ins Viertelfinale bangen.

Ungarns frühere Welthandballerin Anita Görbicz gelang eine Minute vor dem Ende per Siebenmeter der entscheidende Treffer.

Nach dem Auftaktsieg gegen Brasilien brauchen die Deutschen damit am Freitag gegen Schweden (14.00 Uhr Ortszeit/08.00 Uhr MESZ) einen Sieg, sonst droht der Traum von einer Medaille vorzeitig zu platzen.

Neun Treffer von Krause

Letzter Vorrundengegner ist dann am 17. August Weltmeister Russland. Die jeweils besten vier Teams aus den beiden Sechser-Gruppen kommen in die Runde der letzten Acht.

In praktisch allen Bereichen zeigte sich die deutsche Mannschaft gegenüber dem Südkorea-Spiel am Mittwoch zunächst verbessert.

Vorne war Nadine Krause mit neun Toren beste deutsche Werferin. Sorgen bereitete allerdings erneut Grit Jurack, die schon gegen Südkorea mit einer Bandage am rechten Oberschenkel aufgelaufen war und sich mehrfach behandeln lassen musste.

In acht Minuten kein Tor

Linksaußen Nadine Härdter kam wegen anhaltender Ellbogenprobleme nicht zum Einsatz. Im Tor hatte diesmal Sabine Englert den Vorzug vor Clara Woltering erhalten, und sie war ein guter Rückhalt.

So überstand die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) auch ihre schwächste Phase im ersten Durchgang halbwegs unbeschadet, als zwischen der 18. und 26. Minute kein einziger Treffer gelang.

Auch die Ungarinnen um die frühere Welthandballerin Anita Görbicz leisteten sich viele technische Fehler.

Blitzstart in die zweite Hälfte

Mit einem Blitzstart in die zweite Hälfte zogen die Deutschen dann innerhalb von acht Minuten erstmals auf fünf Tore davon (18: 13/38.).

Mit Maren Baumbach als vorgezogener Spitze vor der Abwehr nahm der EM-Vierte Ungarn zudem einiges an Angriffsgefahr.

Konsequent nutzten die Deutschen jetzt ihre Gegenstoßchancen, vor allem Nadine Krause war endlich wieder die erhoffte Torschützin - bis die obligatorische Schwächephase kam.

Kopflose Schlussphase

Immer hektischer wurden die Aktionen, kopflos wurden die Bälle weggeworfen, viel zu viele gute Tormöglichkeiten vergeben.

Beim 23: 23 gelang den Ungarinnen in der 51. Minute erstmals der Ausgleich. Es folgte ein einziges Auf und Ab voller Fehler auf beiden Seiten, ehe Ungarn das bessere Ende für sich hatte.

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