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Andrej Klimovets gelang ein Treffer für die DHB-Auswahl © getty

Was für ein Krimi: Michael Kraus sorgt für den entscheidenden Treffer beim Zittersieg gegen Afrikameister Ägypten.

Von Michael Schwartz

Peking/München - Deutschlands Handballer haben eine Trotzreaktion gezeigt.

Zwei Tage nach der 29:33-Pleite gegen Island und dem verletzungsbedingten Aus von Pascal Hens setzte sich der angeschlagene Weltmeister nach einer Zitterpartie gegen Afrikameister Ägypten 25:23 (14:14) durch.

In einer dramatischen Schlussphase hatte das Team von Bundestrainer Heiner Brand das bessere Ende für sich, obwohl ausgerechnet Oldie Christian Schwarzer zweimal freistehend scheiterte.

Michael Kraus behielt die Nerven und sorgte zwei Minuten vor dem Ende für die entscheidende Führung.

"Es ist zu früh, um von einem Befreiungsschlag zu sprechen. Aber wir haben uns gute Chancen auf das Viertelfinale erhalten und das ist ein gutes Gefühl", sagte Brand.

Nach dem zweiten Sieg im dritten Spiel ist das Tor zum Viertelfinale in der Gruppe B weit offen. Dennoch gab Torsten Jansen mit Blick auf die schwache Chancenverwertung zu: "Als Schulnote würde ich ein Ausreichend geben. Wir müssen aber schnell zu einem Befriedigend kommen."

Hens-Ausfall muss verdaut werden

Die deutsche Mannschaft musste zeigen, dass sie den Schock des Ausfalls von Pascal Hens (Bruch des Schienbeinkopfes) verdaut hat.

Bundestrainer Brand versuchte es mit seinen beiden Spielmachern, versetzte Michael Kraus von der Mitte in den linken Rückraum und brachte Oliver Köhrmann als Gestalter.

Die DHB-Auswahl begann gut, allen voran Florian Kehrmann, der in Halbzeit eins vier seiner sechs Würfe traf. 11:8 führte der Weltmeister und hatte Überzahl, doch dann riss der Faden im Spiel.

Chancen verworfen

Statt den Vorsprung auszubauen, kamen die Nordafrikaner heran. Kurz vor der Pause glichen sie aus. Hussein Zaky traf zum 13:13 und in der Schlusssekunde des 1. Durchgangs zum 14:14-Pausenstand.

Die Partie wurde zum Nervenspiel. Immer wieder leistete sich die deutsche Mannschaft leichte Fehler, die die Ägypter zurück ins Spiel brachten. Zudem wurden beste Möglichkeiten ausgelassen.

Kehrmann und Holger Glandorf warfen ein 21:19 heraus, doch trotz Unterzahl markierte Abouelfetoh Abdelrazek den Anschlusstreffer. Kurz nach Ablauf der Überzahl musste Torsten Jansen für zwei Minuten runter.

Abdelrazek gelang der Ausgleich. Elf Minuten vor dem Ende stand das Spiel auf des Messers Schneide.

Schwarzer zeigt Nerven

Kehrmann traf zwar mit einem Mann weniger auf dem Feld, danach aber verpassten es Jansen und Christian Schwarzer, den Vorsprung auszubauen.

Zu allem Überfluss musste Oliver Roggisch beim Stand von 23:22 für zwei Minuten runter. Die DHB-Auswahl holte sich den Ball zurück, wieder aber war es Oldie Schwarzer, der freistehend scheiterte. Vier Minuten vor dem Ende glich Hassan Mabrouk zum 23:23 aus.

Kraus trifft

Doch der Weltmeister behielt die Nerven. In 6:4-Überzahl traf Michael Kraus per Siebenmeter zum 24:23 (58).

Dominik Klein erhöhte per Gegenstoß. Ägypten versuchte mit dem Mute der Verzweiflung in Überzahl noch einmal alles. Andrej Klimovets sah die letzten zwei Minuten von der Bank aus.

Doch Johannes Bitter vernagelte seinen Kasten und hielt den Sieg fest.

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